Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903375
Die 
Ostgothen 
in 
Italien. 
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gebildet, da sie doch aus hartem Metalle seien. Es ist 
begreiflich, dass Manche in neuerer Zeit hierin die An- 
deutung eines neuen, eigenthümlichen Baustyls zu finden, 
dass sie sogar den Styl des dreizehnten Jahrhunderts, 
den man später den gothisclien nannte, schon hier zu 
entdecken geglaubt haben. Allein noch im Verlaufe des- 
selben Schreibens erfahren wir, wo der Verfasser das 
Vorbild seiner Beschreibungen hatte; es ist in Rom, da- 
hin verweis't er den Baumeister, zu dem er spricht, dort 
wird er Besseres sehen, als er gelesen, Besseres, als er 
erdeuken kann. Nichts ist daher gewisser, als dass auch 
die Kunst, deren Uebung Theoderich begünstigte, die 
römische war, dass sie unverändert beibehalten wurde. 
Wie er sich überall mit Römern umgab, wie Cassiodor, 
Boethius, Symmachus seine Rathgeber waren, so gehörte 
auch sein Baumeister Aloisius und sein Bildhauer Daniel 
den Einheimischen an  Die Gebäude, welche wir aus 
der Zeit der ostgothischen Herrschaft in Italien besitzen, 
bestätigen dies. Wir haben schon oben bei Gelegenheit 
der byzantinischen Baukunst und ihrer Anwendung in 
Ravenna von einigen Kirchen in dieser Residenz des 
Gothenfürsten gesprochen, die unter seiner Regierung 
oder bald nachher errichtet wurden, und wir sahen, dass 
sie sich genau theils an die Formen des römischen Ba- 
silikenbaues theils an den Styl der beginnenden neugrie- 
chischen Baukunst anschlossen. Von dem Palaste des 
Königs ist ein Theil in der Vorderseite des Franziskaner- 
klosters erhalten; er hat diirehweg spätröinische Formen, 
überladene Gesimse, Säulen in zwei Stockwerken; es ist 
derselbe Styl, den wir etwas reicher und reiner in dem 
Schlosse Diocletians in Spalatro antrafen. Von einem 
Cassiodor Il. 
llI.
        

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