Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903331
Reaction 
des 
Elements. 
germanischen 
473 
Verwirrung noch steigen, endlich aber eine neue Form- 
bildung entstehn, in welcher beide Elemente verschmolzen 
waren. In Karls Schöpfungen waren diese Elemente nur 
mechanisch gemischt, unter seinen Nachkommen geht 
der Prozess chemischer Zersetzung vor sich, in welchem 
dann zuletzt neue Gestaltungen sich krystallisiren. Erst 
bei dem Erlöschen des karolingischen Hauses in Deutsch- 
land und in Frankreich werden uns diese sichtbar, und 
mit dem Auftreten neuer Geschlechter in beiden Ländern 
beginnt der Bildungsprozess der neuen christlich germa- 
nischen YVelt, das eigentliche Mittelalter. Die karo- 
lingische Epoche ist für dieses eine Vorstufe, mehr der 
Abschluss der Völkerwanderung, als der Beginn des 
Mittelalters; sie enthält nur die Stoffe, welche die spä- 
tere Entwickelung verarbeitet, zeigt nur die Grundlagen 
auf welchen diese beruhet. 
Auch in der Geschichte der Kunst begränzt sich 
diese Periode sehr bestimmt gegen die darauf folgende 
des Mittelalters; wir sehen in ihr noch ganz römische 
Erscheinungen, aber mit einzelnen, zum Theil bedeutsa- 
men Spuren germanischen Geistes vermischt, während erst 
später, etwa unter der Regierung '()tto's I. in Deutschland, 
der Beginn einer neuen Formbildung sichtbar ist, die 
dann in steter Entwickelung das Mittelalter hindurch sich 
fortsetzt.
        

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