Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903245
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Die 
germanischen 
Völker. 
schwierigere, das für den Dienst der Kirche Erforderliche 
nahm seine Sorge in höherm Maasse in Anspruch. Er 
verschrieb Lehrer und Hülfsmittel aus Italien und vertheilte 
sie in den Klosterschulen, welche die Mittelpunkte der 
Bildung in den Provinzen werden sollten; er ging im 
Eifer des Lernens voran; Latein sprach er, griechisch 
verstand er wenigstens, gern wohnte er den grammati- 
schen und theologischen Unterhaltungen seiner Ilofgelehr- 
ten bei; er lernte rechnen und noch in alten Tagen ver- 
suchte er freilich mit geringem Erfolge die kriegerische 
Hand im Schreiben zu üben. Wir sehen hier an ihm selbst 
den Mangel der einfachsten Vorbildung bei einem scharfen 
Blicke und einem selbstständigen Urtheile über die wich- 
tigsten Dinge. Er war ein treuer Sohn der römischen 
Kirche, aber blind folgte er auch ihren Entscheidungen 
nicht. Dies zeigte sich besonders bei einer merkwürdigen 
Veranlassung, die mit unserm Gegenstande in näherer 
Beziehung steht, nämlich bei Gelegenheit des Bilderstreites 
im byzantinischen Reiche. Dieser Streit hatte im Ganzen 
auf das Abendland geringe Einwirkung; die römischen 
Bischöfe erklärten sich entschieden gegen die Ansicht 
der bilderstürmenden Kaiser und der bereits festgestellte 
Gebrauch der Bilder in den Kirchen blieb überall bestehen. 
Erst als es der Kaiserin Irene gelungen war , den Zwist 
beizulegen und durch den Beschluss eines Concils die 
Bilder in ihre Rechte einzusetzen, als sie dann diesen 
Beschluss dem Papste Iladrian zur Mittheilung an die 
abendländischen Fürsten übersendete, liess sich ein YVi- 
derspruch gegen diese den Bildern zu günstig gehaltene 
Entscheidung vernehmen. Karl selbst nahm daran den 
eifrigsten Antheil, ein Buch, welches seine Grundsätze 
darüber enthielt (die s. g. libri Carolini) wurde verfasst
        

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