Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898920
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Architektur 
des 
Verfalls. 
gang zu der heiligen Stätte, der Blick auf den Altar 
überall frei. In vielen Fällen liessen sich diese Gebäude  
ohne Abänderung für den kirchlichen Zweck benutzen, 
und Wurden in Städten, wo die Christen überwiegend 
waren, ohne Weiteres ihnen eingeräumt?) Bei der An- 
lage neuer christlicher Kirchen blieb man dann dieser 
Form getreu und behielt sogar den Namen Basilika bei; 
anfangs vielleicht bei den altern Basiliken aus Gewohn- 
heit, dann weil es an einem andern passenden Worte 
fehlte. Mit dem heidnischen Namen des Tempels wollte 
man das christliche I-Ieiligthum nicht belegen; das grie- 
chische Wort Ekklesia bezeichnete damals noch, seinem 
Ursprunge gemäss, mehr die Versammlung selbst, als 
das Gebäude Dagegen schien es nicht unpassend, das 
Haus des Herrn das Königliche, Basilika, zu nennen 
Bald stellten sich manche Abweichungen von dem 
Plane der heidnischen Basiliken ein; das Haus wurde 
länger, die Säulengänge in der Breite, besonders die, 
"welche vormals das 'l'ribunal von der Börse trennten, er- 
schienen überflüssig, die Geländer zwischen den Säulen 
lielen fort, eine breitere Stellung derselben wurde zweck- 
ü) Ausonius in seiner Danksagungsrcde an den Kaiser Gratian 
für die Verleihung des Consulats: Basilica oliln negotiis plcna, mmc 
votis. Er nennt keine bestimmte Basilika und scheint. daher viele 
Kirchen gekannt zu haben, welche wirklich friiherßls Gerichlshallcn 
gedient hatten. 
M) In manchen Stellen bezeichnet es den Versammlnngsort, 
indessen mit vorherrschender Beziehung auf die Versammelten. 
 Isidoris orig. lib. 5.: Basilicae prius vocabantur ßegum 
habitacula, nunc anlem divina templa, quia ibi Rcgi omninm, Deo, 
cultuxs ac sacrific-ia offeruntur. Eusebins (de laud. (Sonst. in iine) 
vindicirt den christlichen Kirchen, weil dem Ilerrn gewidmet, den 
Namen: QCUPLOQCOZ, dominica, Gebäude des Herrn. Auch ohne Bück- 
sicht auf die antiken Basiliken musste der Name passend erscheinen.
        

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