Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898900
30 
Architektur 
des 
Verfalls. 
wird, und an den ein niedrigerer, kreisrunder Unlgang 
sich anschliesst; der Mittelraum ist durch eine Kuppel, 
der Umgang mit einem 'l'0nnengewölbe gedeckt. Wir 
finden also hier die Verbindung niedriger und überragen- 
der Theile in derselben Form wie sie nachher bei christ- 
lichen Kirchen so Wichtig wurde. 
Die Zeit Constantins gab der Thätigkeit der Archi- 
tekten eine grossartige Aufgabe durch die Auschmückung 
der neuen Residenz in Byzanz. Es ist uns nichts von 
den Bauten Constantins in dieser Stadt erhalten, wohl 
aber Wissen wir, dass viele berühmte Bildwerke, welche 
bisher noch in den griechischen Provinzen unberührt ge- 
blieben waren, in dieses neue Rom versetzt wurden, und 
wahrscheinlich wird auch der architektonische Schmuck 
der neuen Hauptstadt nicht selten durch Beraubung der 
ältern Bauten herbeigeschaHt sein. Zu dieser Vermuthung 
berechtigt uns das Beispiel des unter derselben Regierung 
in Rom errichteten Gh-iumphbogens 3). Er ist, wie schon 
früher erwähnt, seiner Form ilach der schönste der drei 
grossen in dieser Stadt erhaltenen" Bogen, aber nur weil 
er aus den Steinen eines ältern Monuments zusammen- 
gesetzt ist. Sehr deutlich unterscheidet man daran, was 
der frühem, was der constantinischen Zeit angehört, und 
in diesem spricht sich der Verfall der Kunst im höchsten 
Grade aus. Es mag sein, dass die Eile der Errichtung 
diesen Vandalismus empfahl, indessen zeigt es doch ein 
tiefes Bewusstsein der eignen Unfähigkeit, dass man ohne 
Weiteres das Werk der frühem Zeit sich aneignete. 
Noch 
mehr 
aber 
ist 
die 
Stumpf heit 
des 
Formcnsinnes 
 Von Constantins Bauten im Orient- wird, weil sie den Be- 
ginn des byzantinischen Styls enthalten, besser in dem folgenden 
Abschnitte gesprochen werden.
        

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