Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903006
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Die 
Kunst 
des 
Islam. 
Namen der Sonna gesammelt wurden, und in welchen die 
Schicksale des Propheten ausgemalt sind. Hier sehen 
wir schon das Wohlgefallen an dem Uebermässigen, an 
ungeheuren Zahlen, an unvorstellbaren Gestalten. Als 
ein Beispiel derselben mag jene Stute Borak angeführt 
werden, auf der Muhamed seine I-Iimmelsreise vollbrachte, 
und die menschliches Antlitz, Mahnen von Perlenscl1nü- 
ren, Augen von Rubinen, Ohren von Smaragden hat. 
Wir können hier schon ermessen, wie wenig diese Rich- 
tung zur bildlichen Durchführung der Gestalt geeignet 
war. Wer möchte das widerlich glänzende Bild des 
Wunderthiers- ausmalen? Es giebt nur den Begriff des 
möglichst Prächtigen und Leuchtenden; die Schilderung 
erinnert an die Flüchtigkeit der hebräischen Anschauung, 
aber es ist nicht mehr der einfache, erhabene Aufschwung, 
es hat sich Menschliches und Erkünsteltes hineingemischt. 
In dieser Bahn schreitet auch später die poetische 
Phantasie fort. Bei einer durchgeführten (Zivilisation, bei 
aller Verfeinerung des Genusses, bei grosser Neigung 
zur sinnlichen Behaglichkeit konnte es nicht fehlen, dass 
auch die Schönheit der Natur diese spätem Muhamedaner 
anzog. Besonders bei den persischen Dichtern ist dies 
vorherrschend, sie unterlassen nicht, die Schicksale ihrer 
Liebespaare mit den Veränderungen der Jahreszeiten in 
Verbindung zu bringen, sie gefallen sich in Landschafts- 
schilderungen. Aber auch hier verwandelt sich dem be- 
trachtenden Auge stets die einfache Natur in ein schil- 
lerndes , unzusammenhängendes Bild. Zwei Beispiele 
solcher Frühlingsbilder, beide aus dem elften Jahrhundert 
unserer Zeitrechnung, mögen uns auf den Standpunkt 
dieser Dichter versetzen. In dem einen heisst es:
        

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