Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898897
Bogen 
und 
Wölbungen. 
29 
Schon in der vorigen Periode gedachten wir der Bä- 
der des Diocletian in Rom, die indessen nicht von ihm, 
sondern von Constantius und Galerius vollendet und ein- 
geweiht wurden, und deren Hauptsaal jetzt eine geräumige 
Kirche bildet. Dies Gebäude sowohl wie die Basilika 
des Constantin oder Maxentius (der s. g. Friedenstempel) 
in Rom sind uns besonders dadurch merkwürdig, dass 
sie die erste Anwendung des Kreuzgewölbesi") zeigen, 
einer allerdings für die Ueberdcckung grosser, länglicher 
Räume vorzüglich günstigen Form, die uns in den spätem 
christlichen Jahrhunderten so wichtig werden wird. Wir 
sehen daher hier, wie mitten unter dem Verfall der 
Kunst die Anwendung des Gewölbes, die früher beim 
höchsten Glanze der Architektur nur schüchtern, oder 
wenn auch in so grosser Ausdehnung wie beim Pantheon, 
nur vereinzelt stattgefunden hatte, sich erweitert und eine 
ganz andere Richtung nimmt. Auch ein anderes Gebäude 
aus der Zeit Constailtinis zeigt eine bedeutende und 
kühne Wölbung , die heutige Kirche S. C o ns t an z a 
ausserhalb Roms, wahrscheinlich ein Mausoleum für meh- 
rere Glieder der Familie des Kaisers w). Es ist ein Rund- 
bau, bestehend aus einem höhern Mittelraume, welcher 
von doppelten, durch Bogen verbundenen Säulen getragen 
i) Bei diesen Gebäuden tragen die Säulen unterhalb des Bogens 
einen XVürfel mit einem Gesimse, als Erinnerung an das dreitheilige 
Gebälk, eine Form, auf welche die Verkröpfnrlgen des Gebiilks über 
vertretenden Säulen sehr leicht führen mussten. In den Säulengäin- 
gen des Palastes zu Spalatro ruhen die Bogen unmittelbar auf den 
Kapitälen; da sie selbst in Streifen abgetheilt waren, welche den 
Abtheilnuigen des Gebälks entsprechen und da auf den Bogen wie- 
derum ein vollständiges Gebälk ruhete, konnte jener Zusatz entbehrt 
werden. 
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maligen 
Häufig, jedoch ohne ausreichenden Beweis für einen vor- 
Tempel des Bacchus gehalten. Beschr. Roms. III. 2. 451.
        

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