Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902811
Türkische 
Bauten 
in 
Constantinopel. 
421 
mylr durch die 
entbehrlichen 
Anfügung schlanker Minarets und des un- 
Vorhofs von christlichen Kirchen unter- 
scheiden. Auch die Benutzung der Materialien von ältern 
byzantinischen Gebäuden, die man zu diesem Zwecke 
plünderte oder abbrach, wiederholte sich in dieser Zeit; 
Constantinopel selbst ist dadurch fast aller Ueberreste 
aus der langen Reihe der Jahrhunderte byzantinische:- 
I-Ierrschaft beraubt. So ist schon die Moschee des 
Sultan Bajazet (1498) ganz mit antiken Marmorstücken 
bekleidet, die man aus vielen Gebäuden nahm; unter 
ihren zwanzig Säulen sind zehn von Verde antico, vier 
von Jaspis, sechs von ägyptischem Granit. Die Moschee 
Sultan Soliman's II. aus dem 16. Jahrhundert erhielt 
ihren 
Schmuck 
durch 
den 
Abbruch 
der 
berühmten 
alten 
Kirche der h. Euphemia in Chalcedon, die Selim's II. 
aus Alexandria in Troas. Beide gehören zu den bedeu- 
tendsten der dreizehn kaiserlichen Moscheen der Haupt- 
stadt. Die Solimanic wird als das höchste Muster von 
Symmetrie und Eleganz gepriesen, und der Name ihres 
Baumeisters (Sinan) ist'der Aufbewahrung würdig ge- 
halten. Sie bildet ein Quadrat (216 und 210 engl. Fuss); 
an ihre grosse Kuppel schliessen sich zwei Halbkuppeln 
an, Während die Seitensehiße von je fünf kleinen Kuppeln 
bedeckt sind. Vier gewaltige Porphyrsäulen zieren das 
Innere, vierundzwanzig Säulen und ebensoviele Kuppeln 
den Porticus des Vorhofs. Ganz ähnlich ist die glänzendste 
aller Moscheen in Constantinopel, die des Sultan Achmet 
(1610). Sie bildet ebenfalls ein grosses Quadrat; auf vier 
gewaltigen eannelirtcn Säulen ruhet die mittlere Kuppel, 
vier Halbkuppeln lehnen sich an diese, vier kleinere Kup- 
peln sind in den Eckräumen aufgeführt. Auch hier also 
noch eine völlig byzantinische Anordnung. Noch die
        

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