Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902803
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Die 
Kunst 
des 
Islam. 
Gleich nach der Eroberung von Constantinopel (1453) 
begann der Sultan Mahmud II. seine neue Residenz zu 
schmücken. Sehr merkwürdig ist nun, dass er dabei 
genau so verfuhr, wie die ältesten Beherrscher der Gläu- 
bigen. Wie einst von den Kalifen Omar und Walid die 
Hauptkirchen von Jerusalem und Damascus, wurde auch 
jetzt von ihm die Sophienkirche für den Islam in Be- 
schlag genommen, zur Moschee, und zwar zu einer sehr 
heilig gehaltenen, erhoben. Aber auch sonst bediente er 
sich ohne Weiteres christlicher Kunst. Der Beherrscher 
weiter Länder des Orients, wo schon seit Jahrhunderten 
zahlreiche und bedeutende Monumente zur Ehre Allahs 
und des Propheten entstanden waren, nahm seine Zuflucht 
nicht zu muhamedanischen Meistern, sondern ein griechi- 
scher Christ, Christodulos, war sein erster Baumeister, 
und die Nachkommen und Landsleute desselben dienten 
noch lange den Nachfolgern Mahmuds in gleicher Weise. 
Es ist daher nicht zu verwundern, wenn wir hier unge- 
achtet der grossen Bauthätigkeit dieser reichen Monarchen 
nicht die Entwickelung eines neuen Styls, nicht einmal 
die Anwendung der frühem Gestaltungen islamischer Bau- 
ten, sondern nur eine Nachahmung der Formen vorlinden, 
welche sich in Byzanz erhalten hatten und deren höchste 
Ausbildung noch immer die Sophienkirche gab m). Nur 
die spielende und anmuthige Decoration des Innern, wel 
che allen muhamedanischen Bauten gemein ist, brachten 
die Türken auch hier nach Europa herüber, während in 
der architektonischen Anlage selbst die Moscheen sich 
i) Die beste Zusammenstellung der Nachrichten über die tür- 
kischen Bauten in Constanlinopel iindet man bei Dallaway, ancient 
und modern Constaniinople. Architektonische, Zeichnungen fehlen, 
was freilich hier weniger, als an andern Punkten der Geschichte zu 
bedauern ist.
        

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