Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902792
Charakter 
ihrer 
Architektur. 
4-19 
Decoration; sie versenken sich nicht in die Form, um 
sie aus ihren Elementen herauszugestalten, sie spielen 
nur mit ihr, behandeln sie als ein Mittel für den Aus- 
druck einer flüchtigen Stimmung, als ein phantastisches 
Bild von trüber oder von heiterer Wirkung. 
Zur vollständigen Aufzählung mnhamedanischer Ar- 
chitekturen bleibt mir noch übrig, des neuem türkischen 
Reiches zu erwähnen. Diese letzte Eroberung des Islam 
auf christlichem Boden brachte zwar keine Erscheinung 
hervor, Welche in die geschichtliche Entwickelung der 
Kunst bedeutend eingegriffen hätte. Allein einige Nach- 
richten von den prachtvollen Bauten der grossen türki- 
schen Hauptstadt sind doch von Interesse, weil sie uns 
das Verhalten der Muhamedaner zur Kunst in seinem 
letzten Stadium zeigen und einen neuen Beweis für die 
Richtung desselben geben. 
Schon vor der Einnahme von Constantinopel schlos- 
sen sich die Türken unbefangen dem byzantinischen Style 
an, indem sie nur in den Details persische und andere 
orientalische Formen einmischten. So hat die Moschee 
neuen 
Beweis 
für 
die 
Muradis I. (1389-1402) in Brussa den Bogenfries und 
doppelbogige, durch ein Säulchen getheilte Fenster, wie 
die Bauten des spätem neugriechischen Styls. Die grüne 
Moschee (Yechil-Djami) in Nicaea gleicht sogar in 
ihrem Grundrisse einem römischen Prostylus mit einer 
Vorhalle; sie hat Säulen in fast koriilthischer Form, auf 
Welchen aber Spitzbogen ruhen. Nur die Kuppel, der 
schlanke, mit grünem Marmor ausgelegte Minaret und 
der bunte Schmuck mit Steinen von abwechselnder Farbe 
an 
den 
Bogen 
verrathen 
die 
Moschee m). 
Abbild. 
dieser Bauten in Texier's Reise 
Klein Asien.
        

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