Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902769
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Die 
Araber 
in 
Spanien. 
Der Styl der maurischen Bauten in den benachbarten 
afrikanischen Reichen ist dem der spanischen nahe 
verwandt; indessen scheint er hier nirgends sich zu dem 
üppigen Reiclithume der Ornamentation erhoben zu haben. 
Die beliebteste Ausschmückung ist die, welche durch den 
Wechsel von Steinen oder glasirten Ziegeln verschiedener 
Farbe hervorgebracht wird, welche dann an den Bogen 
die Form des Steinschnitts nachahmen. Die Formen sind 
weniger leicht gehalten, wie in Granada, und erinnern 
mehr an den ältern Styl der spanischen Muhamedaner; 
der Hufeisenbogen, namentlich der spitze, ist vorherr- 
schend. Eine höhere Ausbildung der maurischen Archi- 
tektur über den Standpunkt der Bauten von Granada hin- 
aus dürfen wir daher nicht annehmen, und müssen mit 
diesen die chronologische Reihe der spanisch-maurisclieii 
Bauten für abgeschlossen halten. 
Unter allen Zweigen der arabischen Architektur ist 
der spanische der einzige, an welchem wir den Gang 
ihrer Entwickelung beobachten können. Wir unterscheiden 
dreiPerioden. Die erste ist die, in welcher die Nachahmung 
römischer und byzantinischer Formen vorherrschte, und 
die Eigenthümlichkeit des Styls sich nur schwach und 
fast zufällig zeigte, deren Charakter zwar auch schon 
etwas Phantastisches hatte , jedoch mehr düster und 
schwerfallig, als leicht und zierlich war. In der zweiten 
tritt das eigenthümlich Maurische schon deutlicher, mit 
grösserer Freiheit und Anmuth auf, ohne jedoch die über- 
lieferten Formen ganz zu verdrängen. In der dritten 
erst ist sie, soviel sie vermochte, selbstständig, lösst 
h. Doininicus ein Pavillon mit ausgezeißhneten Mosaiken im Eingangs- 
bogen (Quarto real de San Domingu); ferner in der Nähe des Klosters 
der Empfängniss die s. g. Casa de Moneda und in einer andern Gegend 
die Casa del Carbon.
        

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