Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902751
Granada. 
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zxxrölfii) Löwen an dem Brunnen des Löurenhofes; sie 
sind nämlich in sehr schwerfälligen, plumpen Formen ge- 
arbeitet, und zeigen im Vergleich mit den in der Umge- 
gend von Cordova gefundenen, oben erwähnten Thierbil- 
dem von älterer maurischer Arbeit nicht den geringsten 
Fortschritt. Dies wird um so auffallender, wenn wir diese 
rohen Formen mit dem zierlichen Schwunge der Arabesken 
an den VVänden vergleichen. Es zeigt sich hier ganz die 
Bedeutung, welche die letzten hatten. Sie wurden als ein 
rathselartiges Spiel der Phantasie betrachtet; sobald eine 
naturgemässe Form dargestellt werden sollte, sobald also 
das Räthselhafte und WVillkürliche fortiiel und der Phan- 
tasie feste, äussere Gränzen gesetzt waren, verschwand 
das Wohlgefallen: an feiner und zarter Ausführung und man 
begnügte sich mit der rohestcn und lmbestimmtestexl Form. 
Ausser der Alhannbra ist das bedeutendste WVerk 
l'I12llll'lSCl16l' Architektur in (ler Llmgebung von Granada 
das Lustschloss Gencralife (Djenan el Arife, Garten 
des Fürsten], auf einer benachbarten Höhe gelegen. Es 
besteht aus einigen Wohngemächern, welche sich an 
einen grossen Hof mit zierlichen Säulen und Bogen an- 
schliessen, und ist im Styl der Alhambra, ohne Zweifel 
uni dieselbe Zeit erbaut. Ein arabischer Schriftsteller 
rühmt 
den 
Garten, 
der 
wegen 
des 
Ueberflusses 
herr- 
liehen Rosengebüschen, wegen seiner klaren Bäche und 
der YVolilgerüehe kühlender Winde, die ihn durchzogen, 
sprüchwvörtlich geworden seidig). 
 Es ist benxerkenswerth, (lass auchder obenerwähnle Brunnen 
im Palast von Azzahra auf zwölf Thieren ruhte; es scheint dabei 
entweder eine Anspielung; anl" den Tliierkreis oder (was wahrschein- 
licher ist) eine Erinnerung an das elierne Meer des Salomonischen 
'l'empels zum Grunde zu liegen. 
i?) Auch an einigen Theilen der Stadt finden sich vereinzelter 
Ueberreste von grosser Schönheit. S0 im Garten des Klosters des
        

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