Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902596
Die 
Bauten 
VOI] 
Sevilla. 
399 
mit Kanten ausgezackt sind. Aus diesen Bogen und als 
eine Fortsetzung derselben entwickelt sich dann die Or- 
namentatioxi des obern Wandfeldes, welche zu den vier- 
eckigen Einfassungen desselben, von denen sie begränzt 
und abgeschnitten wird, in keinem innern Verhältnisse 
steht , sondern vielmehr gegen das rechtwinkliche Princip 
der Construction eine diagonale Richtung andeutet. Aelm- 
liche Thürme findet man in Marocco, Rabat, Tunis, 
Tetuan, während die Minarets in Kairo und im Orient 
abweichend sind. 
Das 
bedeutende 
dritte 
maurische Gebäude 
Sevilla 
Zll 
ist der Alcazar, der Palast, dessen Geschichte freilich 
eine weniger einfache und bekannte ist, der aber dennoch 
im Wesentlichen dieselben Formen, wie die Giraltla, nur 
in reicherer Anwendung zeigt. Wie es scheint, hatte 
schon Abdelralnnan I. in Sevilla ein Schloss, das er mit 
Gärten umgeben liess. WVahrscheinlich aber verdankt das 
gegenwärtige Gebäude seine erste Entstehung den mäch- 
tigentEmirn von Sevilla, Aben Abed und El Mohamed, 
welche bis zu ihrer Verdrängung durch die Almoraviden 
im elften Jahrhunderte hier residirten, und deren Aleazar 
von den Geschichtschreibern erwähnt wird. Bedeutende 
Erneuerungen erhielt es dann vielleicht durch die afrika- 
nischen Fürsten, Yussuf Abu Jakub und Jakub el Mansur, 
in der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts, gleich- 
zeitig mit der Errichtung der Moschee und der Giralda. 
Sogleich nach der Einnahme von Sevilla durch die Chri- 
sten wurde es königlicher Palast, später in den Jahren 
1353 bis 1364 unter der Regierung Peter des Grausamen 
durch arabische Bauleute, endlich unter Karl V. und seinen 
Nachfolgern im neuem Style rcstaurirt. Arabische In- 
sehriften feiern eben sowohl den Namen des Don Pedro
        

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