Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902555
Die 
Kapelle 
Villa- 
-Viciosa 
in 
Cordova. 
395 
von der Moschee Sobccha und den Palästen der grossen 
Familien in Cordova ist uns nichts geblieben, und die 
Erweiterung der grossen Moschee dieser Stadt schloss 
sich zu eng an den Styl des altern Gebäudes an, um 
eine Anschauung des historischen Fortschritts zu gewäh- 
ren. Nur eine Construction innerhalb dieser Moschee, 
die jetzige Kapelle Villa-Viciosaik] giebt uns eine Au- 
schauung von einem solchen Uebergange. Es ist dies 
ein viereckiger Raum am Eingange des hintern Theils der 
Moschee, überwölbt, an seinen Wänden reich verziert 
und an den Seiten mit Bogenöffnungen versehen. Die 
Bestimmung dieses kleinen Gebäudes ist ungewiss; dass 
es als Kanzel des Imams gedient habe, wird bezweifelt, 
weil diese in den Moscheen von Aegypten und im Orient 
einfach und schmucklos oder doch bloss von Holz errich- 
tet sind. Nach einer Inschrift diente es zu Versammlun- 
gen und Besprechungen der Imams und Gelehrten, und 
die Erhöhung, welche sich jetzt darin findet und es einer 
Kanzel ähnlich macht, kann von einer Restauration, die 
es im vierzehnten Jahrhundert unter der Regierung Peters 
des Grausamen erhielt, herrühren. Ielier finden wir nun 
noch Säulen und Pfosten wie in den ältern Theilen des 
Gebäudes, dabei aber schon Bogen, welche aus mehrern 
Kreisstücken zusammengesetzt sind, und Verzierungen, 
nicht wie früher in Stein oder Mosaik, sondern in gebrann- 
ter und glasirter 'l'honerde , welche in ihren vielfach 
wechselnden Verschlingungen von Sternen, Polygonen und 
andern regelmässigen Figuren einen ganz andern Geist 
anzeigen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch dieser 
Raum bei der Vergrösserung der Moschee durch Alman- 
zor ausgeschmückt ist. 
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