Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902534
Der 
Palast 
von Zahl-a. 
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der Springbrunnen koste mit dem Rauschen der Blätter 
und wurde von dem Gesange der Nachtigallen und dem 
Girren der Turteltauben übertönt. Auf einer Anhöhe dieses 
Gartens stand ein Lusthaus, von weissen Marmorsäulen 
mit; goldnen Knäufen getragen, in dessen Mitte eine por- 
phyrne Riesenmuschel mit Quecksilber gefüllt war, das 
ab und zufloss und von der Sonne besehienen mit seinem 
Vtfiederschein auf allen Wänden wie ein Silbermeer Wogte. 
Ueber dem Eingange des Palastes war mit einer, from- 
men Moslems anstössigen Neuerung das Bildniss der 
schönen Zahra selbst aufgestellt. Als diese zum ersten 
Male den mit orientalischer Schnelligkeit errichteten glän- 
zenden Palast betrat, sagte sie, auf das Dunkel des nahen 
Berges deutend: "Siehst Du nicht, o Herr, dass diese 
blendende Schönheit in den Armen eines Mohren liegt?" 
Der aufmerksame Kalif, da er den Berg nicht abtragen 
konnte, befahl sogleich, den dunkeln Wald auszurotten 
und dafür Feigen- und Mandelbäume zu pflanzen. Dennoch 
war die finstere Ahnung der schönen Beherrscherin des 
Palastes nicht unbegründet gewesen; denn seine Herrlich- 
keit war von kurzer Dauer, bereits im Jahre 1008 in den 
Kriegen der maurischeil 'I'hr0nprätendenten wurde er 
zerstört Ü. 
Wir sehen aus dieser Beschreibung wie reich und 
glänzend sich hier schon alles gestaltet, wie die orien- 
talisch üppige Phantasie an die Stelle jener einfachen, 
schweren Formen der ersten Jahrhunderte eintritt. Auch 
jetzt noch genügte aber den Arabern ihre eigene Erfin- 
dungsgabe nicht; wie sie sich anfangs an den vorgefun- 
denen altrömischcn Styl anschlosserl, nahmen sie jetzt 
ihre Zuilucht nach Byzanz, um von daher reichere Formen 
Girault 
Gemäldesaul 
Hammer
        

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