Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902426
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Die 
Araber 
in 
Spanien. 
haber des nördlichen Afrikas ihre Eroberungszüge gegen 
die benachbarte, durch alten Reichthum begehrenswerthe 
Halbinsel; schon im folgenden Jahre entschied die Schlacht 
von Guadelete das Schicksal der westgothischen Könige, 
welche bis dahin herrschten, und bald war der grösste 
Theil des Landes eingenommen und von arabischen Be- 
fehlshabern unter der anerkannten Oberlierrschaft des Ka- 
lifen regiert. Nach wenigen Decennien wurde das ganze 
weite Reich der Araber durch die Unruhen bewegt, wel- 
che den Untergang der Kalifen aus dem Hause Moaviah 
und die Erhebung der Abbassiden zu Beherrschern der 
Gläubigen zur Folge hatten. Auch die westlichen Länder 
wurden dadurch aufgeregt, und in der Verwirrung des 
Moments gelang es hier dem letzten, der allgemeinen 
Vertilgung entgangenen Abkömmlinge des gestürzten Hau- 
ses, dem jungen Abd-el-Rahman, Anerkennung zu lin- 
den und ein bleibendes, unabhängiges Reich in Spanien 
zu gründen (755). Nach dreissigjähriger, glücklicher und 
kluger Regierung konnte er daran denken, seine Residenz 
Cordova eines mächtigen Fürsten würdig zu schmücken. 
Er beschloss die Errichtung einer grossen Moschee (786), 
welche, wie er seinen Baumeistern verschrieb, ähnlich 
der von Damascus, grösser und prächtiger als die von 
den Feinden seines Hauses, den Abbassidend, neu erbaute 
zu Bagdad, vergleichbar dem berühmten Heiligthume zu 
Jerusalem sein sollte. Indessen waren dies nur allgemeine 
Hinweisungen, eine genaue Nachahmung dieser höchst 
verschiedenen Gebäude lag keinesweges in seinem Plane. 
Bald nach seiner Ankunft in Spanien war der empfäng- 
liche Fürst bei dem Anblicke der grandiosen Bauten der 
Römer auf der Halbinsel, besonders der zu Merida, von 
Bewunderung ergriffen, er konnte nicht umhin mit diesen
        

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