Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902362
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Die 
Araber 
in 
Sicilieu. 
Ende 
des 
zehnten 
Jahrhunderts 
(unter 
dem 
Emir 
Abul 
Kasem  995) erlangte die Insel den Höhepunkt ihres 
Glanzes unter der Herrschaft des Halbmondes, wurde 
aber bald darauf der Schauplatz einheimischer Kämpfe. 
Einer der streitenden Prätendenten wandte sich an den 
byzantinischen Befehlshaber von Apulien, welcher mit 
Hülfe der tapfern normannischen Ritter, die sich in diesen 
Gegenden gesammelt hatten, vorübergehende Vortheile 
erkämpfte (1039). Bald darauf fühlten sich diese kühnen 
Abenteurer stark genug, für eigne Rechnung zu erobern, 
und nachdem der glücklichste unter ihnen, Robert Guiscard, 
sein Reich in Neapel begründet hatte, erneuerte sein jün- 
gerer Bruder, Graf Roger, den Kampf gegen die sicili- 
sehen Araber mit geringen Mitteln aber mit grosser Tapfer- 
keit und Beharrlichkeit und mit so günstigem Erfolge, 
dass er nach kaum dreissig Jahren (1090) unbeschränkter 
Herrscher der reichen Insel war. Die Ueberreste christ- 
licher Gesinnung im Volke hatten seinen Sieg befördert, 
aber so überwiegend war das arabische Element in der 
Mehrzahl, dass die normannischen Fürsten nur durch 
kluges Anschliessen an dasselbe ihre Herrschaft sichern 
konnten. Sie begünstigten die vorgefundene moslemische 
Kunst und Wissenschaft, ihre Verordnungen wnrden'in 
beiden Sprachen, lateinisch und arabisch, bekannt gemacht, 
und noch in ihren Palästen duldeten sie Inschriften in den 
Zügen der vormaligen Beherrscher des Landes. Durch diese 
heilsame und milde Politik entstand eine Mischung arabischer 
und christlicher Elemente, welche wie den Sitten, so auch 
den Bauten der normannischen Eroberer ein eigenthümli- 
ches Gepräge giebt, das wir jedoch erst später ins Auge 
fassen werden, um uns jetzt mit den sicilianischen Bauwer- 
ken, welche rein arabischen Ursprungs sind, zu beschäftigen.
        

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