Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902359
Kairovan. 
375 
Zutritt erlangt haben f). Die Baukunst dieser Gegenden 
wird uns indessen nicht beschäftigen; sie scheint noch 
weniger selbstständig ausgebildet als in den andern Rei- 
chen der Araber und nur ein Reflex der muhamedanischen 
Architektur in Aegypten und Spanien zu sein. 
Von diesen maurischen Gegenden aus begannen schon 
frühe die Angriffe der Araber auf das westliche Europa, 
zuerst die auf Spanien, von deren Folgen wir nachher 
ausführlicher zu sprechen haben, dann die auf Sicilien. 
Auf dieser Insel landete ein Feldherr des Emirs von 
Kairovan schon in der ersten Hälfte des neunten Jahrh. 
(820); von der Unzufriedenheit des Volks mit der Tyrannei 
byzantinischer Statthalter begünstigt, unterwarf er sich 
bald Palermo, welches fortan die Residenz des Wali oder 
Befehlshabers der Colonie wurde. Nach fünfzigjährigem 
Kampfe (878) fiel auch Syrakus, der letzte Punkt, an 
welchem sich die Griechen noch gehalten, und die ganze 
Insel war nun eine arabische Provinz. Unter der Verwal- 
tung fast selbstständiger Emire erholte sich zwar das 
Land von der Verödung, die eine Folge des langen Kam- 
pfes gewesen war, nicht völlig; aber es erlangte doch 
eine Blüthe, wie wir sie in arabischen Reichen gewohnt 
sind, und Palermo war schon im Anfange des zehnten 
Jahrhunderts eine so reiche und üppige Stadt, wie es 
damals in Italien wohl kaum eine zweite gab. Um sich 
der Botmässigkeit der Beherrscher von Kairovan zu ent- 
ziehen, schlossen sich die Statthalter von Sicilien mehr 
und mehr an die Kalifen von Kairo an, und erkannten 
diese endlich (978) als ihre Gebieter; eine Verbindung, 
welche nicht ohne inneren Einfluss blieb. Gegen das 
a) Girault de Prangey a. a. O. S. 63. Sie ist von Akbah im 
siebenten Jahrh. gegründet, aber im zehnten erweitert und verchönert.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.