Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898839
Heliopolis 
und 
Palmyra. 
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der der nächsten Nachfolger werden daher die pracht- 
vollen Bauten ihren Anfang erhalten haben, unter deren 
Trümmern die eines grossen Tempels mit zwei gewaltigen 
Vorhöfen, eines kleinem und eines runden Baues wichtig 
sind. Hier finden wir denn schon manche eigenthümliche 
Abweichungen von dem frühem römischen Style. Der 
erste Vorhof des grossen Tempels hat die auffallende 
Form eines Sechsecks. Beide Tempel sind in länglich 
rechtwinklicher Form, im Aeussern mit einem Peristyl, 
im Innern der grössere mit freistehenden Säulen, der 
kleinere mit Halbsäulen. Dieser hat im Hintergrunde eine 
'l'ribune, zu welcher man auf mehreren Stufen gelangt, 
ähnlich dem hohen Chor christlicher Kirchen. Der runde 
Tempel ist noch ungewöhnlicher, indem seine Vorderseite 
einen gradlinigen, viersäuligen Portikus hat, und vier 
andre Säulen in weiten Zwischenräumen den Rundbau 
umgeben, ohne einen Umgang zu bilden, indem der hohe 
Unterbau sich ihnen eng anschliesst und zwischen ihnen 
Nischen bildet. 
Viel umfassender sind die Ruinen von Palmyra. Be- 
kanntlich lag diese Stadt auf einer, schon im frühesten 
Verkehr dieser östlichen Gegenden Wichtigen Stelle, auf 
einer grossen, wasserreichen Oase in der Mitte der un- 
wirthlichen Syrisch-arabischen Sandwüste, höchst geeig- 
net zum Ruhepunkt der Karavanen und zum Mittelplatze 
eines weit verbreiteten Ilandels. Schon zu Salomons 
Zeiten war Tadmor-denn so nennen es die Eingebornen 
-bekannt; unter den Nachfolgern Alexanders nahm auch 
diese einsame Stelle griechische Bildung und den griechi- 
schen Namen Palmyra an. Eine besondere Wichtigkeit 
erhielt die reichgewordene Stadt unter der Regierung des 
Gallienus, als sich Odenatus zu ihrem Herrscher aufwarf,
        

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