Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902320
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Die 
Araber 
in 
AegYPlen. 
künstlicher und später in architektonische Anwendung ge- 
kommen, wie andre Grundformen, wie Viereck, Dreieck 
u. dgl. dennoch mit denselben in einer Reihe steht. Auch 
der-Spitzbogen ist eine geometrische Form wie diese, 
wie sie von Ewigkeit her. Nur seine Anwendung auf die 
Baukunst verdient daher den Namen einer Erfindung; 
diese aber kann eine sehr verschiedene sein, verschieden" 
in technischer wie in ästhetischer Beziehung. In dieser 
letzten Hinsicht besonders hat jede Form nur so weit 
Bedeutung und eigentlich Existenz, als sie Ausdruck eines 
Gefühls ist, und dies wird sie nur durch die Verbindung 
mit den andern Theilen desselben Werks. Nur in dieser 
Verbindung und für sie wird sie auch von dem unbefan- 
genen Beschauer wahrgenommen, sie existirt nicht ohne 
dieselbe. Sie davon trennen ist das Werk einer späten 
und falschen Abstraction. Jede Anwendung derselben Form 
in neuen Verhältnissen ist also eine neue Erfindung und 
man muss sich hüten aus einer Aehnlichkeit vereinzelter 
Formen auf eine unmittelbare Ueberlieferung zu schliessen. 
Auch in technischer Beziehung gilt fast dasselbe; denn 
auch da kommt es ganz auf den Gebrauch an, der von 
irgend einer Form oder Eigenschaft der Dinge gemacht 
wird. Es führt daher auf eine Absurdität, wenn man jede 
spitze Gestalt, die irgendwo vorkommt, schon als einen 
Vorboten des Spitzbogens behandelt. Die pyramidalischen 
uneigentlichen Wölbungen im alten Aegypten , in den 
griechischen Schatzhäusern, in den Nirraghen von Sar- 
dinien, die giebelförmigen aus gegeneinander gestützten 
Blöcken gebildeten Gänge in den cyklopischen Mauern 
von Tirynth und Mycenae, ähnliche Formen in den Grot- 
tentempeln Indiens und selbst in Mexico m), haben daher 
Antiphellus 
Auch in 
fand Texier 
(Böser. 
de 
minore ,
        

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