Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902292
Styl 
ihrer 
Architektur. 
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arabischen 
Bauleute 
selbst mit dem Technischen der Wöl- 
bung wenig vertraut. Die Gewölbsteiile sowohl bei einfa- 
chen Bogen als bei Kuppelsvölbungen sind nicht gradlinig, 
sondern in verschiedenen runden oder gebrochenen Linien 
geschnitten, so dass immer die Seite des einen der des 
daran gelegten Steines im entgegengesetzten Sinne ent- 
spricht und in denselben hineinpasstg). Diese technische 
Künstelei ist aber nur ein Beweis der Schwäche und 
Unerfahrenheit; die Festigkeit wird dadurch keinesweges 
befördert, im Gegentheil sehliessen diese nicht sehr tiefen 
Einschnitte oft nicht fest aneinander, so dass die Fugen 
gelockert werden. Die Baumeister selbst waren so wenig 
ihrer Sache gewiss, dass sie ihre Gewölbe durch Klam- 
mern, Holzstücke und Bekleidung mit festem Stucco zu 
sichern suchten; ganze Wölbungen sind öfter von Holz 
zusammengesetzt. Vielleicht mag grade dieser Mangel an 
gründlicher Kenntniss der Wölbung die einzige wahrhaft 
eigenthümliche Form des arabischen Baues, die Stalak- 
titeilkuppel, hervorgebracht haben. Während die wahre, 
einfache Wölbung den Charakter des Gediegenen und 
einer grossen Einheit giebt, erscheint diese Wölhungsart 
auch äusserlich als ein gefährlich und mühsam zusam- 
mengeheftetes Conglomerat, dessen Gestalt dann nebenher 
Wieder der Neigung zum Bunten und Spielenden zusagte. 
Die Ornameutik zeigt sich überall von einer günstigen 
Seite, wo es auf Flächendecoration ankommt; an den 
Wänden, in den Füllungen der Luftfenster, endlich an 
den durchbrochenen Zinnen, mit welchen die Mauern ge- 
krönt sind, iindet man sehr reiche und geschmackvolle 
Muster durchgeführt, oft in bunten, leuchtenden und har- 
monischen Farben, oft in edlem Material; schön genug 
Jomard 
der Deiscr. 
de 
XVIII. 
PEg. 
361 und 521. 
III. 
24
        

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