Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902246
364 
Die 
Araber 
in 
Aegypten. 
Regelmässigkeit ist so wenig gefordert, dass selbst die 
V8l'SClli0(l0ll6l1 Zimmer verschiedene Höhe haben und die 
Fenster ohne Symmetrie wechseln, und zierliche Orna- 
mentirung findet sich nicht in den eigentlich architekto- 
nischen Theilen, sondern an den Fussböden des Hofes 
oder der Gemächer und in dem Gitteriverk der Fenster. 
Hier hat die Phantasie ein freies Feld und es sind durch 
Verschlingung grader oder runder Linien sehr zierliche 
Muster hervorgebracht ü). 
Unter den Öffentlichen Bauwerken haben die frühern 
einen sehr einfachen Charakter. Das älteste Gebäude der 
Umgegend ist die Moschee des Amru in Alt-Kairo, 
welche er schon im Jahre 643, unmittelbar nach der Er- 
oberung, gründete; indessen hat sie manche Herstellung 
erlitten, so dass ihre ursprüngliche Form nicht völlig ge- 
wiss ist. Sie besteht aus einem offenen Hofe mit Säulen, 
die von antiken Gebäuden genommen sind, und welche 
auf einem Würfel kreisrunde, jedoch mit einer Spitze 
überhöhte und unten hufeisenförmig vertretende Bogen 
tragen. Ob diese Bogenform schon dem Bau des Amru 
angehört, mag dahin gestellt bleiben, aber jedenfalls deutet 
sie nicht auf eine sehr späte Zeit, denn wir finden sie 
an zwei Monumenten mit Inschriften aus dem 9. Jahrh. 
unsrer Zeitrechnung in enger Verbindung, so dass sie 
damals schon in Aegypten gebräuchlich war; an dem 
Nilmesser (Meqyas) auf der Insel Rodah, Alt-Kairo ge- 
genüber, und an der Moschee Ibn T ulun in Kairo 
4') Blehrerc solche Muster bei Laue, Manners und. customs m" 
the modern Egyplians, London 1827. I. S. 13, und vorzüglich bei 
Ilesselncr a. 21.0. Von den Eigenthünllicllkeiten (lieser Muster, welche 
denen der spanischen Arabesken fast ganz gleich sind, wird später 
die Rede sein.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.