Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902128
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Die 
Muhamedaner 
in 
Indien. 
ragendes massives Thorgebäude mit einer im Kielbogen 
hoch aufsteigenden Pforte bezeichnet den Eingang. Im 
Innern ist der Hof auf drei Seiten von einem einfachen 
Portikus umgeben, während die vierte, das eigentliche 
Heiligthum sich zwar höher erhebt, aber, nicht durch 
Thüren geschlossen, den Einblick in seine Hallen gestattet. 
Die Paläste haben mehrere Stockwerke, einer derselben 
wird der siebenstöckige genannt; in ihnen entfaltet sich 
der ganze Reichthum der Ornamentik, während die M0- 
scheen selbst im Innern massiger verziert sind. Schon 
bei diesen Regenten, wie bei denen der Moghulndynastie, 
zeigt sich die Neigung zur Errichtung pomphafter Grab- 
mäler. Vor Allem mächtig, etwas schwer, doch in gran- 
dioser Einfachheit ist das des letzten nicht besiegten 
Königs, des wohlthätigen und populären Mahomed Shah, 
dessen Kuppel die der Paulskirche in London an Weite 
übertrifft; sehr viel zierlicher und leichter das seines Va- 
ters Ibrahim Adil Shah (1- 1626). Bemerkenswerth ist 
in diesen Bauten bei allem Reichthum des Details ein 
kräftiger und einfacher Charakter, der sich auf eine eigen- 
thümliche, nicht unschöne Weise mit dem Vollen und 
Ueppigen orientalischer Formen verbindet. Hiezu trägt 
vorzugsweise bei, dass die Bogen nicht von Säulen, son- 
dem stets von starken viereckigen Pfeilern ohne Kapitäle 
oder Gesimse ausgehen, und dadurch eine natürliche Ver- 
bindung dieser Wandstücke darstellen. Auch die bestän- 
dige Wiederholung des Kielbogens giebt dem Ganzen 
einen harmonischen Zusammenhang. Er nähert sich durch 
seine breite Form der graden Bedeckung und hat etwas 
Freies und Offenes, und doch wieder durch seine Spitze 
etwas Kühnes und Kriegerisches. Den ernsten frommen 
Geist christlicher Baukunst (in welcher er, wie wir unten
        

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