Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902096
Monumente 
der 
Patanen. 
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Verhältnisse muhamedanischer Bauten keinesweges vor- 
zugsweise gross oder grandios. Wir können daher in 
dieser Eigenschaft eine Wirkung des rüstigen Charakters 
dieser nordischen und kriegerischen Völkerschaft und der 
vollen und reichen Natur des Landes, welches sie be- 
wohnten, annehmen. Das eigenthümlichste und bekann- 
teste ihrer Werke ist der Cootub Minar zu Delhi, ein 
gewaltiger Thurm von ungewöhnlicher Structur. Er ist 
rund und hat ungefähr die Gestalt einer stark verjüngten, 
und gewissermassen kannelirten Säule  indem er rings- 
umher mit senkrechten, rohrförmig hervortretenden starken 
Rundstäben verziert ist, die von Zeit zu Zeit durch hori- 
zontale Bänder und an vier Stellen durch starkausladende 
Gesimse mit Gallerien unterbrochen werden; am Fusse 
beläuft sich die Zahl der Kanneluren auf zweiundsiebenzig. 
Seine Höhe beträgt noch jetzt zweihundert zweiundvierzig 
Fuss, obgleich die Kuppel, welche sich sonst auf der 
Spitze befand, eingestürzt ist. Man begreift wie das ganze, 
in rothem Granit ausgeführte Gebäude eine sehr kräftige 
und rüstige Erscheinung bildet. Ausserdem ist noch eine 
grosse Zahl von kleinem Gebäuden, Ueberresteu von M0- 
scheen, Palästen, Grabmälern und Thürmen erhalten. Die 
Formen haben durchweg etwas sehr Männliches und Kräf- 
tiges, die Kuppeln sind noch häufig von einfacher Kugel- 
form, aber am untern Rande mit einem Kranze blattartiger 
Zinnen umgeben; die Wände werden meist durch grade 
Mauerstreifen in senkrechter und horizontaler Richtung 
getheilt. Zuweilen finden sich einfache Spitzbogen in der 
im Abendlande gewöhnlichen Form, zuweilen Kielbogen, 
 Auch in Persien sind die Minareis oft in der Höhe abnehmend. 
Vergl. die Ansichten bei Chardinl. Abbildungen des Cüolub Minar bei 
Daniells part. 5 und bei Elliot I. p- 35-
        

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