Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902071
Die 
Dynastieen 
der 
Patanen 
und 
Moghuln. 
347 
mongolischen Horden, mit denen Timnr den letzten 
Toghlnk vor den Thoren seiner Residenz besiegte, zer- 
störten die Stadt mit solcher Wuth, dass sie sich niemals 
wieder erholte, und nur noch einzelne Uebcrreste ihrer 
Pracht und Schönheit auf den weiten Trümmerfeldern 
stehen geblieben sind. Andre einheimische Dynastieen er- 
hoben sich zwar nach den vorübergehenden Einfällen der 
Mongolen, doch gelangte keine zu langem Bestehen und 
weiter Herrschaft, bis endlich ein neuer Eroberer Sultan 
Babur aus den nördlichen Gegenden herabkam und die 
Dynastie der Gross Moghuln gründete (1526), die [mit 
einer vierzehnjährigen Unterbrechung durch die Usurpa- 
tion des Afghanen Shir Shah) bis zum Anfange des vori- 
gen Jahrhunderts ihre Selbstständigkeit erhielt. Mehrere 
Fürsten dieses Hauses zeichneten sich durch Klugheit 
und Mässigung aus und beförderten in langdauernden Re- 
gierungen die Wohlfahrt ihres von der Natur so reich 
ausgestatteten Landes. Empfänglichkeit für Civilisation 
und für die Grundsätze einer verständigen Staatsverwal- 
tung ä) giebt ihrer Geschichte einen fast europäischen 
Anstrich, während doch bald die phantastischen Ziige 
südlicher Ueppigkeit und manchmal freilich auch die 
Aeusserungen orientalischer Grausamkeit und Despotie uns 
enttäuschen. Ihre Residenz Agra, unfern des verwüsteten 
Delhi, dem es seine letzten Bewohner entzog, übertraf 
nun bald jene glänzende Hauptstadt der frühem Dynastieen 
und wurde mit Prachtmonumenten geschmückt, die der 
Grösse so mächtiger und reicher Beherrscher würdig waren. 
i") Sultan Babnris selbst geschriebenes Tagebuch (englisch von Leyden 
und Erskine. London 1826) und die Beschreibung des Reichs unter 
der Regierung Kaiser Akhar des Grossen (Ayeen Akberi d. i. Spiegel 
des Akbar, englisch v. Gladwin London 1800) sind merkwürdige 
Dokumente ihrer Begentenklugheit. Ritter V. 621. lT.
        

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