Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-902009
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Die 
Araber 
in 
Persien. 
der arabischen Kunst selbst für die Grundform ihrer hei- 
ligen Gebäude; denn sie ist in der ungewöhnlichen Form 
eines Achtecks erbaut, welches zunächst mit einer Platt- 
form gedeckt ist, über der sich nur in der Mitte eine 
hohe Kuppel erhebt. Im Innern entsprechen zwei Kreise 
von Pfeilern und Säulen, der erste von vierundzwanzig, 
der andere von sechszehn, dem Achteck der Umfangs- 
mauer, dergestalt dass den Ecken correspondirend in dem 
einen Kreise acht, in dem andern vier viereckige Pfeiler 
und zwischen denselben runde Säulen angebracht sind. 
Ueber dem innersten Raume erhebt sich dann die Kuppel, 
Wir sehen daher hier eine den byzantinischen Kirchen 
und namentlich der Kirche des heiligen Grabes nicht un- 
ähnliche Anordnung und auch die Säulen haben noch 
Kapitale und Verhältnisse römischer Art. Ohne Zweifel 
bedienten sich die Beherrscher der Gläubigen christlicher 
Baumeister, und wir finden bald, dass einer der Nachfol- 
ger Omars, der Kalif Walid, derselbe welcher die Kirche 
zu Damaskus den Christen entzog, von dem Kaiser zu 
Constantinopel Baukundige sich erbat und erhielt m). In- 
dessen kam auch die ältere einfachere Form nicht ausser 
Gebrauch. Derselbe Walid, der erste Kalif welcher seine 
Praehtliebe auch sonst in Bauten zeigte, liess die Moschee 
H) Nach der Einnahme Jerusalems durch die Kreuzfahrer wurde 
die Moschee wiederum zur christlichen Kirche, Weshalb später die 
Moslems für nöthig hielten, das Heiligthum mit Rosemvasser zu reini- 
gen und aufs Neue zu weihen. Die jetzige Kuppel wurde spät 
von Soliman I. ausgebaut, indessen scheinen die Mauern und sogar 
die Marmorbekleidung derselben im Ganzen noch von dem Bau des 
Omar herzustammen. Jede der acht Seiten ist durch senkrechte 
Mauerpfeiler in acht Felder getheilt, innerhalb welcher ein horizontaler 
Streifen die Höhe durchschneidct, während oben ein Bogen von 
gedrückt spitziger Form jedes Feld begränzt. Darüber eine Reihe 
breiter Fenster und endlich einFries mit glänzenden Koraninschriiten.
        

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