Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-901931
Grundzüge 
ihrer 
Architektur. 
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bei der rastlosen Unruhe der arabischen Reiche und bei 
der orientalischen Sorglosigkeit noch viel grösser, als im 
Abendlande, und die Beschreibungen der Gebäude durch 
ihre Schriftsteller, wo sie sich finden, sind durch phan- 
tastische Uebertreibungen fast unbrauchbar. Europäischer 
Scharfsinn würde zwar durch ein anhaltendes Studium der 
Monumente diesen Mangel ergänzen und festere Resultate 
erlangen. Allein da den christlichen Reisenden der Zutritt 
in das Innere der heiligen Gebäude des Islam durch ge- 
setzliche Vorschrift bis auf die neueste Zeit streng un- 
tersagt war und in den meisten Ländern noch jetzt höchst 
erschwert ist, so besitzen wir auch auf diesem Wege 
nur unvollkommene Nachrichten und noch weniger aus- 
reichende Zeichnungen. Es ist zu erwarten, dass künftige 
Anstrengungen unsrer Reisenden eine reiche Ausbeute 
liefern werden, indessen bedarf es bei der gewaltigen 
Ausdehnung der Länder, welche der Islam sich unterwor- 
fen hatte und noch beherrscht, und bei der Schwierigkeit 
ihrer Durchforschung noch einer langen Zeit, ehe uns 
dies einen genauen, erschöpfenden Ueberblick gewähren 
wird. Nur für einzelne Länder, namentlich für Spanien, 
können wir uns als vollständig unterrichtet ansehen, und 
die vorauszusetzende Aehnlichkeit des Entwickelungs- 
ganges kann uns auch für das Verständniss der muhame- 
danischen Kunst im Ganzen Anleitung geben. Gewiss 
aber war dieser Entwiekelungsgang nicht völlig derselbe; 
überall hatten die Gewohnheiten und Formen der frühern 
Landesbewohner Einfluss auf den leicht beweglichen Geist 
der Araber, und sie bildeten sich daher in verschiedenen 
Ländern verschieden aus. In den Künsten der Rede waren 
natürlich diese Abweichungen geringer, weil die gemein- 
same Sprache und das Vorbild des Koran überall zum
        

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