Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898773
Mischung 
heidnischer 
christl. 
IClemenle. 
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und das Beinkleid des hoch aufgesehossenen, langhaari- 
gen Germanen neben der Toga und 'l'unica der Einge- 
bornen. Und auch diese hatten manches Fremdartige und 
Phantastische angenommen, die Mode begann schon ihre 
launenhafte Herrschaft zu führen  Ebenso waren denn 
auch neue Sitten mit der Ueppigkeit einer alten Civili- 
sation gemischt. Die letzte Spur jener frühem Mässig- 
keit war gewichen, man bewegte sich nur in den Extre- 
men, in geistiger Absonderung oder im sinnlich Schwül- 
stigen. Nicht bloss die schönen Zeiten republikanischer 
Einfachheit, wo der Bürger nur mit dem Bürger ver- 
kehrte, waren längst vorüber, auch die grossartige Ein- 
heit der römischen Herrschaft, wo der ganze Erdkreis 
von derselben Bildung durchdrungen war, gehörte schon 
der Vergangenheit an. Die Aufgabe und das Ziel des 
Lebens stand nicht mehr klar vor den Gemüthern, und 
konnte nicht mehr zu genialer, kräftiger Ausführungbe- 
geistern. Die grossen Erscheinungen der Vorzeit, die 
Scipionen und Catonen, Cäsar und Augustus, die Heroen 
der V aterlandsliebe und der Freiheit, und selbst die des 
Ehrgeizes und der Herrschsucht kehrten nicht wieder; 
so klare in sich abgerundete Gestalten entstanden nicht 
f) Man trug z. B. Kleider von künstlich gewebtem Stoffe mit. 
einem (lurchsichtigen Einschlage, welcher, wenn das Licht bei den 
Bewegungen des Armes (lurchscliien, Gestalten von Thieren bildete. 
Amm. Marc. lib. XIV.  Eine Eisenriistung, durch leicht beweg- 
liche Schienen sich dem Körper anschmiegend, eine persische Tracht, 
war bei den kaiserlichen Garden in Gebrauch; nlll Praxitelis manu 
polita crederes simulacra, non virosß eod. XVI. 10. Selbst der Be- 
schützer des Christenthums, Constantin, huldigte dem barbarischen 
Geschmack der Zeit; die Geschichtschreiber schildern und sein heid- 
nischer Nachfolger Julian bespöttelt, dass er sich durch die Pracht 
Semcs Anzugcs; das golddurchwirkte Kleid, die Hals- und Armbän- 
der. dllrßll die Menge der Perlen, die man selbst an seiner FllSSbE- 
kleidung wahrnahm, auszßichnefe. Gibbon. Kap. 18. 
m. 2
        

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