Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-901645
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Die 
russische 
Architektur. 
von den symmetrisch gestellten, ist ganz wie der andre, 
alle aber sind mit Bogengiebeln, mit drei und viereckigen 
Facetten und Feldern, die grössern mit Gallerien und 
seltsamen Säulenreihen verziert. Nimmt man dazu, dass 
schon ihre Grundform eine nicht ganz einfache ist, und 
denkt sich diese Kuppeln theils mit Streifen und Zick- 
zacks, theils der Ananas oder dem Stechapfel ähnlich 
verziert, dabei in den grellsten Farben leuchtend und in 
verschiedener Höhe neben einander wie spielend anf- 
steigend, so ist es begreiflich, dass. das Ganze einen 
gedankenlähmenden, verwirrenden Eindruck machen muss. 
Zum Uebermaass sind die Wände von Innen und Aussen 
auch jetzt noch mit kindischen Malereien bedeckt von 
Rankengeivächsen, die aus ungestaltcten Blumentöpfen 
hervorschiessen und mit Blättern, Blüthen und Früchten 
versehen sind. In der Ferne mag das Ganze noch phan- 
tastisch reich erscheinen, in der Nähe aber kann dies 
Gewirre unförmlicher Verzierungen und das Missverhält- 
niss der Thurmbauten zu der niedrigen Kirche selbst, das 
Gefühl nur drücken und verstimmen. 
Ganz ohne Nachfolge blieb dieses Wunder des Un- 
geschmacks nicht; der Gebrauch, den Thurm oder die 
Trommel der Kuppel in Kränze von leeren Gieheln runder 
oder spitzer Form zu stecken, der sich auch sonst in Russ- 
land findet, scheint hier seinen Ursprung genommen zu 
haben. Aber glücklicherweise wurde die Stiftung des gran- 
samen Fürsten nicht übertrolfen. Im Ganzen blieb zwar 
dies System in Uebung, aber es wurde doch mässiger 
angewendet  Wie es scheint schloss man sich im 
siebzehnten Jahrhundert mehr an deutschen Styl an; die 
des Kreml, 
ä) Nicht unschön ist der Glockenthunu 
h. der grosse Johann, im J. 1600 gebaut. 
Iwan KVeliki
        

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