Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-901569
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Die 
russische 
Architektur. 
dem Volke hervorgegangen, als ob er von Fremden er- 
funden sei, um damit der Bizarrerie und Neuerungssucht 
der Gewalthaber zu schmeicheln, als 0b es der abend- 
ländischen Consequenz bedurfte, um auf russischem Boden 
diese andre frenldartige, morgenländischerRichtung zur 
Reife zu bringen.  
Es ist nicht leicht, diesen Styl zu beschreiben, denn 
an einem festen, innern Bildungsgesetze fehlt es ihm völ- 
lig. Die byzantinischen Reminiscenzen sind noch nicht 
ganz verschwunden. Der Grundriss ist noch gewöhnlich 
ein Quadrat, etwa durch die mit in das Innere hineinge- 
zogene Vorhalle [von grösserer Tiefe als Breite, doch 
linden wir auch unter Umständen andere Anlagen. Das 
Mauerwerk ist in Ziegeln ausgeführt und mit Stuck be- 
kleidet, die Decke im Tonnengeivölbe, der Rundbogen 
herrscht "vor. Nur zuweilen kommt als blosser Zierrath 
oder an Nebentheilen, an Treppen und Säulengängen im 
Aeussern der s. g. Kielbogen vor, aus zwei durch 
eine Spitze verbundenen Wölbungen bestehend; eine 
Form, welche an das Zelt der Mongolen erinnert und in 
den muhanlcdanmischen Bauten Persiens und Indiens häufig 
ist. An fortlaufenden Gewölben findet dieser Bogen sei- 
ner Natur nach nicht Anwendung; sie sind alle tonnen- 
artig, auch das Kreuzgewölbe ist der russischen Archi- 
tektur unbekannt. Die Facade ist schmucklos, die Thüre 
niedrig, mit einem Rundbogen, über welchem oft ein Hei- 
ligenbild mit einem Regendach angebracht ist. Die Fenster 
sind klein, ebenfalls mit einem einfachen oder mit zwei 
verbundenen Rundbogen gedeckt, zwischen denen dann 
die Spitze hier frei herabhängt und von keiner Säule ge- 
stützt ist, so dass die Oeffuuilg eine herzförmige Gestalt 
hat- Die Wandfläche ist im Aeussern gewöhnlich durch
        

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