Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-901532
Verbindungen 
mit 
dem 
Abendlande. 
293 
Tartaren , 
sogleich 
eine 
neue 
Beziehung 
zum 
Auslande 
eintrat. 
Die Ereignisse des 15. Jahrhunderts wiesen der Po- 
litik der russischen Fürsten eine neue Richtung an; durch 
den Fall von Constantinopel wurde die Verbindung mit 
dieser geistigen Mutterstadt des russischen Reichs, wel- 
che sich bisher, wenn auch schwach, erhaltene hatte, völ- 
lig aufgelöst, und die gefährliche Nähe der 'l'ürken machte 
dagegen eine Annäherung an die christlichen Staaten des 
Abendlandes nöthig. Russische Gesandtschaften erschie- 
nen daher nunmehr im Abendlande und der Grossfürst 
Iwan III. Wassiliewitsch fand es seinem Interesse gemäss, 
sich mit der Prinzessin Sophia, aus dem nunmehr ver- 
triebenen kaiserlichen Geschleehte der Paläologen, zu 
vermählen (1472). In Italien aufgewachsen brachte diese 
Fürstin abendländische Sitten in ihre neue Heimath mit. 
Die rohe, kriegerisch-patriarchalische Einfachheit, welche 
bisher am russischen I-Iofe geherrscht hatte, verschwand; 
das Schloss füllte sich mit Schaaren dienstthuender Beam- 
ten, und sah in neugeschmückten Sälen glänzende Feste. 
Noch immer, ungeachtet doch schon Jahrhunderte seit 
der Bekehrung Russlands verflossen waren, muss die 
industrielle und künstlerische Bildung der Eingebornen 
auf einer sehr niedrigen Stufe gestanden oder bei ihren 
Grossen sehr wenig Anerkennung erlangt haben, denn 
wir finden Iwan während seiner langen Regierung unab- 
lässig bemüht, sich Künstler aller Art, Baumeister, Gqld- 
arbeiter, Glockengiesser, Maurer, Feuerwerker, Bergleute 
aus dem Abendlande zu verschaffen; mit Mathias Cor- 
villllS Voll Ungarn, mit Kaiser Friedrich III. von Deutsch- 
land trat er deshalb in Unterhandlung und ganze Schaa- 
ren von Ausländern siedelten sich wirklich in Russland
        

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