Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-901502
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Die 
russischex 
Architektur. 
wirkung derselben auf den Baustyl ist in keiner Weise 
anzunehmen; sie selbst, Nomaden der wildesten Art, ge- 
wohnt in tragbaren Zelten von Filz zu hausen, hatten 
keine eigene Architektur; sie schlossen sich, WO sie den 
Islam annahmen, durchaus an die Formen an, welche sie 
vorfanden. Ihr Verhältniss zu den Russen war auch we- 
der ein so nahes noch ein so freundliches, dass es auf 
ihre Bauten Einfluss haben konnte; sie stifteten keine 
Kirchen, sie zerstörten oder duldeten sie nur. Indessen 
in der goldnen Horde vor Idem Throne des Gross-Chans 
kamen tributbringende Fürsten aus dem ganzen Orient 
zusammen und legten die Werke ihrer Länder nieder, 
auch hatten die Sieger aus allen Ländern Schützlinge und 
Gefangene mit sich geführt, um den Luxus und die Kün- 
ste civilisirterer Gegenden zu geniessen. Einen grossen 
Einfluss übte das alte Culturland des nördlichen Asiens, 
China, aus, welches (selbst eine und zwar die wichtigste 
Eroberung ihrer Waffen) mit seinen Sitten und Bildungs- 
mitteln seine neuen Beherrscher unterjochte. Aber auch 
Elemente indischer Cultur fanden durch den Lamaismus, 
als eine Abart des Buddhismus, Eingang, und nicht min- 
der wirkte Persien und die Richtung der moslemischen 
Länder auf sie ein. Ein buntes Gemisch deruFormen 
musste sich daher an diesem barbarischen Hofe bilden, 
in welchem aber der gemeinsame Geist des Orients und 
zwar hauptsächlich des nördlichen Asiens mit buntem, 
spielenden, prunkendem Luxus durchweg vor-herrschte. 
Es konnte nicht fehlen, dass die russischen Fürsten 
und Grossen, welche sich oft Jahre lang an dem Sit- 
ze des Gross-Chaxis aufhalten mussten, von diesem Ge- 
schmacke berührt wurden und ihn in ihrer Heimath be- 
günstigten.
        

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