Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-901491
Abweichungen 
VOll 
dem 
byzann 
Style. 
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der Russcn etwas Ansprechendes bleiben; die geringe 
Erhebung über die Fläche und die Gleichheit aller Seiten 
geben einen weichen Ausdruck, den Ausdruck einer Stim- 
mung, welche den kräftigen Gegensatz nicht in sich auf- 
genommen hat, und das Walmdach erscheint uns in der 
That als eine charakteristische und nationale Erscheinung 
auf russischem Boden. Eine Schwierigkeit entstand nun 
zwar dabei, da man die fünf Kuppeln, an welche das 
russische Volk bei seinen Gotteshäusern gewöhnt war, 
beibehalten musste. Man löste sie, wie wir an vielen 
Beispielen sehen, auf die einfachste Weise, indem man 
die Kuppeln ohne Weiteres durch das Walmdach, mit 
Durchbrechung desselben hindurchführte, die mittlere an 
der Spitze des Daches, die andern auf den Ecken der 
Flächen. Dies war nun freilich eine sehr harte und un- 
harmonische Form, indessen nahm man daran keinen 
Anstoss. Eine notluvendige Consequenz dieser Anordnung 
war aber, dass die flachen, altbyzantinischen Kuppeln 
nicht mehr angewendet werden konnten, sie würden ganz 
oder theilweise unter dem Dache gelegen und daher nicht, 
wie man es wollte, die äussere Zierde der Kirche aus- 
gemacht haben. Man musste vielmehr (wie es auch schon 
im byzantinischen Reiche, wenn auch nicht häufig ge- 
schehen war) einen Unterbau, eine Trommel, anbringen, 
auf welcher sich die Wölbung erhob. Vielleicht war dies 
auch früher die in Russland beliebte Form gewesen. Ob 
schon damals die Kuppelivölbung selbst sich in der den 
russischen Kirchen später eigenthümliehen Gestalt aus- 
zubilden anfing, ist nicht bekannt.  
Gewiss war die Architektur des Landes im Wesent- 
lichen noch eine ganz byzantinische, als es unter die Bot- 
mässigkeit der Mongolen kam. Eine unmittelbare Ein- 
III. 19
        

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