Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-901420
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Die 
Kunst 
in 
Russland. 
und Erfahrungen, vielleicht auch wegen der Schwierig- 
keit ein so weit ausgedehntes, dünn bevölkcrtes Land 
von einem Punkte aus zu regieren, begannen sehr bald 
die russischen Fürsten das Land unter ihre Söhne zu 
theilen, doch so dass die Einheit erhalten werden und 
einer als Grossfürst vor den 'l'l1eilf'ürsten den Vorrang 
haben sollte. Ein so unbestimmtes System konnte nur 
Unheil stiften, und die russische Geschichte der nächsten 
Jahrhunderte giebt nun das unerfreuliche Bild immer er- 
neuerter Kämpfe, Welche das Land zerrütteten, die Fa- 
milien zerstörten und zu groben Verbrechen verleiteten. 
Selbst der Brudermord ist keine seltene Erscheinung in 
den Annalen des Ilerrscherhauses, während bei dem Man- 
gel einer kräftigen Regierung der Druck der Fürsten und 
Mächtigen immer schwerer auf dem Volke lastete und 
seinen Sinn immermehr lähmte. Dazu kam ein neuer Un- 
fall. 
Nicht 
viel 
mehr 
als 
Jahrhunderte 
zwei 
ÄVQYBII 
seit 
der Einführung deS Christenthums verllossen, ein überaus 
kurzer Zeitraum, wenn es sich um die Durchbilciung eines 
rohen Volks handelt, als 'l'schingis-Chan an der Spitze 
der wildesten Schaaren aus Asien hervorbrach und über 
Russland herliel. Seine Nachfolger unterwarfen die ver- 
einzelten und uneinigeil Fürsten, indem sie ihnen zwar 
die Herrschaft, aber "nur als mon golis ch es Lehen liessen. 
Zweihundertfünfzig Jahre hindurch (1237-1480) stand 
nun das unglückliche Land unter tartarischer Botmässig- 
keit; seine Fürsten mussten um die Gunst des Gross- 
Chans buhlen, von ihm Belehnung empfangen, seinem 
Urtheil ihre vielfältigen Streitigkeiten, namentlich über 
die Erbfolge unterwerfen, ihm Zins entrichten. Steuer- 
empfängei- des Chans wohnten im Lande um die Kopf- 
steuer zu erheben. Zwar blieb der christliche Gottesdienst
        

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