Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-901282
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Armenische 
Architektur. 
Aussclnmückung noch weiter, wie wir dies Späterhin an 
dem reichsten Gebäude von Armenien, an der Kathedrale 
von Ani, sehen werden. 
Noch deutlicher als in dem Mutterlande der armeni- 
scheu Architektur können wir ihren Entwickelungsgang 
in dem uns besser bekannten Nachbarlande Georgien 
beobachten. Hier hatte, wie es scheint, der byzantini- 
sche Styl nicht, wie in Pitzounda; und überhaupt in der 
Küstengegend von Abkhasieil, Anwendung gefunden; man 
begnügte sich vielmehr mit sehr einfachen Formen. Die 
anscheinend ältesten Kirchen in den innern 'l'hälen1 des 
Landes haben Giebel in Osten und Westen und sind blos mit 
einer oder mehrern halbkreisförmigen Nischen verziertii). 
Im Axifange des "ll. Jahrhunderts als Georgien unter der 
Regierung Bagrat II. durch die Vereinigung mit Abkhasien 
mächtiger wurde, stand grade der armenische Styl in 
seiner Blüthe. Daher kann es denn nicht befremdeil, dass 
die Georgier bei der neu erwachenden Neigung zu rei- 
chern Bauten sich an den Geschmack eines benachbarten, 
stammverwandten, wenngleich in kirchlicher Beziehung 
abweichenden Volkes anschlossen. Durch einen glück- 
lichen Zufall sind wir im Stande dies ziemlich genau zu 
verfolgen; an der Klosterkirche zu Sion in dem Thale 
Atcne in Karthli, also in einer innern, von der armeni- 
schen Gränze nicht weit entfernten Provinz, linden wir 
nämlich inschriftlich nicht nur die Jahreszahl 1009, son- 
dern auch den armenisch lautenden Namen des Baumei- 
sters. Wir sehen daher, dass selbst die Meister aus 
Armenien herkamen. Das Innere dieser Kirche entspricht 
nahebei der Construction von S. Ripsime, doch hat die 
Kuppel völlige Kreisgestalt; das Aeussere dagegen ist 
llI. 
D ubois 
411.
        

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