Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-901268
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Armenische 
A rchitektur. 
schon ziemlich genau angeben. Das Hauptheiligthuin des 
Landes, noch heute der Sitz des armenischen Patriarchen, 
ist das Kloster Etschmiadzin, unfern der alten Haupt- 
stadt Vagharschabad schon von Gregor dem Erleuchter 
(302) gestiftet und, in Beziehung auf eine Vision, mit 
jenem Namen, Welcher die „Herabsteigung" bedeutet, 
belegt  Wir dürfen nun freilich nicht glauben, diesen 
Bau aus dem 4. Jahrhundert noch jetzt zu besitzen, in- 
dessen ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Fundamente 
eines so heiligen Tempels im Wesentlichen beibehalten 
sind im). Die Gestalt der Kirche scheint dies zu bestäti- 
gen; sie ist fast ein Quadrat (50 russ. Ellen lang, 48 
breit) mit polygonartiger Ausladung der Chornische und 
eben solchen Vorhallen der drei Portale. Die Kuppel ruht 
auf vier freistehenden Pfeilern  Wir linden daher 
hier noch den byzantinischen Grundgedanken des Quadrats, 
aber schon mit armenischen Eigenthümlichkeiten behan- 
delt. In der benachbarten Kirche der h. Ripsime (deren 
Grundriss oben gegeben ist) zeigt sich dagegen das ar- 
menische System völlig entwickelt; auf jeder ihrer vier 
Seiten sind bereits die einwärtsgeheixden Nischen, und 
ihre Beziehung auf die Stützen der Kuppel ist hier voll- 
Ü Von 452 bis 1441 residirten die Patriarchen nicht hier, jedoch 
erhielt sich das Kloster in seiner Würde. 
 Bare hat an den Mauern griechische Inschriften anscheinend 
aus den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung entdeckt. 
(Bitter X. 531.) Sie mögen Fragmente des ältern Baues, auf den 
neuem übertragen, sein. 
 Die Kuppel selbst, welche mit Halbsäulen und kielförmig 
geschweiften Bogen verziert ist, der vordere Vorbau des westlichen 
Eingangs mit sehr abenteuerlichen, aber zierlich gearbeiteten Verzie- 
rungen und die kleinen Glockenthiirmchen rühren aus dem I7. Jahrh. 
her. Oh die terrassenförmige Bedachung sich an den ursprünglichen 
Bau anschliesse, ist ungewiss. Dubois Atlas III. pl. 6.
        

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