Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-901228
262LDie 
Kunst 
in 
Georgien 
und 
Armenien. 
Nebenschiffe, wie in unsern abendländischen Kirchen nur 
mitQdem Unterschiede, dass sie jenseits des Kreuzsehiii 
fes keine Verlängerung haben. 
Alle armenischen Gebäude sind in Hausteinen aufge- 
führt, alle Bedeekungen gewölbt und zwar niemals im 
Kreuzgewölbe, sondern immer als Hauptkuppel oder ton- 
nenartig. Die Kuppel ruht stets auf einer ziemlich hohen 
Trommel von kreisförmiger oder aehteekiger Form und 
ist niemals sphärisch, sondern immer kegelförmig (konisch) 
gewölbti-i). Wodurch diese in altrömischen Bauten und 
im Mittelalter sehr selten, in byzantinischen und arabi- 
schen Bauten soviel wir wissen niemals vorkommende Wöl- 
bnngsart hier so ausschliessliche Anwendung erlangt hat, 
ist unbekannt. Zu dem ganzen Gebäude ist überall kein 
Holz angewendet; die Gewölbe sind mit einem schrägen 
Daehe von sehr wohlgeformten Steinziegeln bedeckt, wel- 
ehes unmittelbar auf der Wölbung aufliegt. Das Dach der 
Seitensehilfe lehnt sieh ganz wie in unsern abendländi- 
schen Kirchen in der Gestalt eines halben Giebels an 
die 
senkrechte 
Mauer 
des 
Oberschiffes 
Die 
'l'l1üren 
sind niedrig, rund überwölbt, die Fenster in geringer 
Zahl und klein schlank oben rechtwinkeli oder mit 
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einem kleinen Rundbogen geschlossen, zuweilen ganz rund. 
Die B0 en sind fast immer kreisförmiv doch kommen 
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auch einzelne Spitzbogen vor. Uebrigens haben die 
4) Duhois's Zeichnungen gewähren keine Anschauung von der 
Constrilction dieser Kuppeln; wir erhalten sie erst durch den Durch- 
schnitt der Kirche von Dighour bei Texier a. a. O. pL2G. Die WVöl- 
bung besteht aus horizontalen, nach innen zu sehr allmälig vortre- 
tenden Lagen, um welche sich dann die sehr dicke Mauer (hier in 
sechszehneckiger Gestalt) herumzieht und, durch das Verhältniss ihrer 
senkrechten Richtung im Aeussern zu der pyramidalischen im Innern 
nach oben zu dicker wird, bis zu dem Ansatze der auf der innern 
Spitze ruhenden äussern Bedachung.
        

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