Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898702
Verfall 
des 
Reichs. 
römischen 
sie beziehen sich meistens auf das Verhältniss 
fruchtendenl Sonne zur Erde. Sie führten daher 
der be- 
im Ge- 
gensatze gegen die individualisirte Mannigfaltigkeit der 
griechischen Götter auf eine allgemeinere, grössere Ein- 
heit, auf das All der Natur hin, und näherten sich in 
ihrem Resultate jenen andern phantastischen Schwärme- 
reien, in welchen die persönlichen Götter zu einer All- 
Plinheit verschmolzen wurden. Eine zweite Eigenthiim- 
lichkeit dieser Mythen ist, dass die Gottheit darin nicht, 
wie die griechischen Götter, in ungetriibter Seligkeit und 
Ileiterkeit erscheint, sondern auch als leidend aufgefasst 
wird, Wobei denn eine mythische Verhüllung oder wenn 
man will Erklärung des winterlichen Absterbens der Na- 
tur zum Grunde liegt. So wurde in der ägyptischen 
Priesterlehre der Sonnengott Osiris getödtet und zer- 
stückelt, so War Adonis, den die Griechen zum Helden 
einer rührenden Sage gemacht hatten, in den asiatischen 
Geheimlehren nur eine andere Personiiication des Son- 
nengottcs , dessen Verschwinden mit ausschweifenden- 
Klagc, dessen Wiederfinden mit Freudenfesten gefeiert 
wurde. Auch dem wenig bekannten Mythus des persi- 
schen Mithras scheint eine Anspielung auf das Erdleben 
im Kreise der Jahreszeiten zum Grunde gelegen zu haben. 
Die Bilder zeigen uns Mithras als einen schlanken Jüng- 
ling in persischer Tracht, Welcher auf einem hlingcsun- 
kenen Stier kniet , ihn mit einem Dolche durchbohrt, 
während nxanche Zeichen des Thierkreises, auch wohl 
die Bilder von Sonne und Mond ihn umgeben. Ohne 
Zweifel war in diesen Lehren, wie ja die Natur selbst 
in dem Laufe der Jahreszeiten ein Absterben und eine 
Wiederbelcbulzg zeigt, die Todesklage nicht ohne eine 
lloifnung auf ein Wiedererwachen. Wir sehen daher in
        

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