Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-901026
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Die 
Perser 
unter 
den 
Sassanidenm. 
discher Phantasiespiele unscheinbarer aber gründlicher 
herbeigeführt wurde. 
Von den so prachtvoll beschriebenen Bauten der Sas- 
sanidenfürsten können wir leider nicht viel aufweisen. 
Die architektonischen Ueberrestc, welche die Sorgfalt 
europäischer Reisenden seit einigen Jahren entdeckt hat, 
bestehen meistens nur in Felsgrottcn oder in weitläufti- 
gen gewölbten Souterrains zerstörter Paläste; nur an 
ihrer Ausdehnung und in einzelnen Fragmenten geben sie 
noch Zeugniss von dem Glanze, der einst in ihnen herrschte. 
Bemerkenswerth ist in diesen Hallen, dass die Wölbung 
in Bedachungen und Bogen häufig vorkommt. Wie es 
"scheint liebten die Sassanidenfürsten, nach einer Sitte 
welche sie aus den Hochgebirgen mitgebracht haben moch- 
ten, ausgedehnte Grottenbauten , als sichere Schlösser 
und als kühlen Aufenthalt in den heissen Monaten; eine 
beträchtliche Zahl solcher Anlagen, welche noch plasti- 
schen Schmuck als ein Zeugniss ihrer königlichen Aus- 
stattung behalten haben, ist bekannt geworden. Vielleicht 
erzeugte diese Neigung in Verbindung mit dem Beispiele 
der byzantinischen Architektur auch hier die Vorliebe für 
Wölbungen. Ohne Zweifel hatte die griechisch-römische 
Baukunst einen grossen Einfluss auf die sassanidische. 
Chosroes Nuschirwan wurde bei der Einnahme von An- 
tiochien so sehr von der Schönheit dieser Stadt entzückt, 
dass er ihren Plan aufzeichnen und nach demselben eine 
neue Stadt nahe bei seiner" Residenz llladaiin aufbauen 
liess f). Indessen unterwarf man sich nicht ganz den 
ü) Ritter X. 171. Auch früher schon fanden römische Formen 
Eingang. Julian traf auf seinem persischen Feldzuge einen im römi- 
sehen Siyle geballten Palast an, der deshalb der Zerstörung entging. 
Ammian. Marc. XXIV. 5.
        

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