Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900988
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Die 
Perser 
unter 
den 
Sassaniden. 
Schwert und Schild, das Geschirr ihrer Pferde ist über- 
aus prächtig. Sie lieben abenteuerliche Züge, welche in 
den Mund des Volks übergingenruud in Liedern verbrei- 
tet 
wurden. 
Ueberhaupt war die Phantasie angeregt, zum Wun- 
derbaren und Mährchenhafteil geneigt. Schon bei den 
alten Persern finden wir Spuren einer solchen Richtung; 
durch den Lauf der Geschichte, durch die kühnen, alles 
vermittelnden Züge Alexanders, durch die Kriege seiner 
Nachfolger in diesen Gegenden und durch die Verbin- 
dung orientalischer und griechischer Elemente, endlich 
durch den frischem Sinn des parthischen Stammes bekam 
sie einen höhern Schwung, und suchte und fand reichliche 
Nahrung in indischen Fabeln und einheimischen Ueber- 
lieferungen, die im Laufe dunkler Jahrhunderte sich im- 
mer Wunderbarer gestalteten. Mit den uralten, halb alle- 
gorischen "Mythen der Weltschöpfung durch Ormuzd und 
seine Genien mischten sich die Nachrichten von den Käm- 
pfen der frühem Perserkönige; ihre Feldherrn wuchsen 
zu riesenhafteir Gestalten, die mit bösen Genien und 
Drachen zu kämpfen hatten, von Zauberern und Feen 
beschützt wurden. Auch die Gegenwart wurde dann von 
dem Volke aufgefasst und bald ausgeschmückt und ver- 
grössert, und es kam auf diese Wfeise eine Fülle von 
Sagen und anmulhigerl Mährchexl in Umlauf, welche spä- 
ter von den muhamedanischen Persern verarbeitet und 
aufgezeichnet wurden und auch dem Abendlande reichen 
Steif gaben.  
Der Glanzpunkt des sassanidischen Reichs trat ziem- 
lich lange nach seiner Gründung ein, unter Chosro es, 
mit dem Beinamen: Nusehirvan, d. i. der Grossmiithige 
oder Gerechte, einem Zeitgenossen Justinians, dessen 
reichen
        

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