Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900939
Ihre 
weitere 
Verbreitung. 
233 
zurück, und Wal dadurch geeignet, selbst von barbarischen 
Völkern aufgefasst und geübt zu werden. Im ganzen 
Laufe der Geschichte finden wir daher auch keine Kunst- 
riehtung, welche in so weitem Kreise Einfluss gewann 
und Wirksamkeit übte, wie diese. Byzanz erscheint in 
diesem Sinne wie der Mittelpunkt; einer neuen künstleri- 
schen Welt,  aus welchem nach allen Richtungen hin 
Strahlen ergehen , in der Nähe dichter und bestimmter, 
in der Entfernung mehr getrennt und gemischt. Diese 
Wirksamkeit der byzantinischen Kunst wurde durch die 
lange Erhaltung des Reiches in eigenthümlicher YVeise 
befördert; höchst verschiedene Völker, wie sie sich in1 
Laufe der Jahrhunderte bald auf demselben Boden bald 
in getrennten Gegenden erhoben, fanden hier immer einen 
Ausgangspunkt für ihre künstlerischen Leistungen. Die, 
wiewohl geringen und langsamen Veränderungen, welche 
die byzantinische Kunst erfuhr, trugen mit dazu bei, sie 
auch später entstehenden Nationen zugänglich zu erhal- 
ten; sie wirkte in chronologischer, wie in geographischer 
Beziehung vermittelnd für die Einheit eines grossen Thei- 
lcs der Welt. Italien war anfangs zum Theil unter by- 
zantinischer Ilerrschaft, später auch nach der Trennung 
der Kirchen durch die Nähe und durch politische und 
inerkantilische Beziehungen nie ganz ausser Verkehr mit 
dem Ostreiche. Die andern Länder der abendländischen 
Christenheit 
blickten 
zuerst. noch 
mit Ehrfurcht 
nach dem 
Sitze der Kaiserherrschaft, nach der reichsten und civili- 
Sir-testen Stadt. der damaligen Welt hinüber. Es fehlte 
nicht an diplomatischen Verbindungen, an dem Wechsel 
der Gesandtschaften, welche nicht bloss eine Kenntniss 
von dem Glanze byzantinischer Kunst erhielten, sondern 
auch kaiserliche Schenkungen an die Beherrscher von
        

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