Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900896
'l'afclmalerei. 
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können, und die uns durch ihre starren Formen erschrecken. 
Beobachtungen über den chronologischen Fortgang dieses 
Verfalls können wir nur an den Miniaturen anstellen. Wir 
finden hier die des zwölften Jahrhunderts noch fast denen 
des vorhergehenden gleichstehend, die des dreizehnten 
geistloser und mechanischer, in der Zeichnung. schwächer, 
in der Farbe trockener und unharmonischer. In den For- 
men sind sie jetzt weniger gleichbleibend , sondern in 
ihren Fehlern sehr verschieden, in geistiger Bedeutung 
dagegen von der grössten Einförmigkeit; dieses durch 
den Mangel an freier Empfindung, jenes durch die zu- 
nehmende Stumpfheit des Formensinnes erklärbar. Im 
vierzehnten Jahrhundert endlich gewinnen sie ganz ein 
vertrocknetes, mumienhaftes Ansehen, und sind oft auch 
in technischer Beziehung so nachlässig behandelt, dass sie 
flüchtiges, kümmerlich angemaltes" Federgekritzcl geben. 
Wie es scheint kam in dieser Zeit die Tafelma- 
lerei wieder mehr in Aufnahme, vielleicht Wegen der 
steigenden Dürftigkeit, Welche die Anschaffung von Mo- 
saiken und Metallarbeiten erschwerte, vielleicht wegen 
eines veränderten kirchlichen Gebrauchs, der an die Stelle 
der Teppiche und Vorhänge gemalte Tafeln vor den Al- 
tären anbrachte, wie dieser Gebrauch bekanntlich noch 
jetzt in der griechischen Kirche besteht. Höchst wahr- 
scheinlich sind diesen letzten Jahrhunderten die byzan- 
tinischen Andachtsbilder zuzuschreiben, welche wir hin 
und wieder im Abendlande, besonders in Italien finden. 
Auch sie zeigen noch immer ein technisches Geschick, 
gleichmässige Durchführung, wohlerhaltene Farbe; sie 
sind oft noch in grossen Dimensionen ausgeführt und 
nicht ohne eine allgemeine Kenntniss der Verhältnisse. 
Der Ausdruck hat noch immer etwas von der Würde
        

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