Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900829
222 
Dritte 
Periode 
der. 
byz. 
Plastik 
Malerei. 
sacherx, ein allmäligeQ Erstarren, welches auch bei unge- 
trübtem Glücke eintritt, wenn die Zustände altern, wenn 
keine neuen Lebenskräfte dem Volkskörper zugeführt wer- 
den, wenn keine neue Begeisterung ihn erfrischt und ver- 
jüngt. An den zartern Leistungen des Volks, namentlich 
an der Kunst, zeigt sich dann dieses Erschlaifen zuerst, 
während das äussere, politische Leben sich noch schein- 
bar kräftig und glänzend erhält. 
Wenn wir die Geschichte an der chronologischen 
Reihe der Manuscripte weiter verfolgen, so finden wir 
die Miniaturen vom Ende des ll. und aus dem folgen- 
den Jahrhunderte noch immer in der Ausführung recht 
befriedigend. Nicht bloss in sauberer und zierlicher Be- 
handlung, in geschicktem Gebrauche des Pinsels geben sie 
den ältern nichts nach, sondern auch die Zeichnung ist 
noch fest und nicht ganz unrichtig und das Colorit hat 
sogar eine grosse Kraft und Schönheit  Allein dennoch 
macht sich eine immer grössere innere Schwäche bemerk- 
lieh; Die Figuren werden in die Länge gezogen, Hände 
und Füsse sind allzu klein, die Stellungen steif, lebhafte 
Bewegungen unbeholfen und gewaltsam. Die Gesichter 
erscheinen übermässig mager, wie abgehärmt, mit Runzeln 
bedeckt. Die Falten der Gewänder häufen sich immer 
mehr und durchschneiden die breiten Stellen, so dass der 
ganze Körper von ihnen bedeckt ist, oder sie verschwin- 
den bei reich geschmückten Gewändern, wo der Maler 
die Blumen der Stickerei nicht durch Falten unterbrechen 
Wollte, 
nicht 
oder 
wusste, 
wie 
sie 
in 
dem 
schweren 
4') WVaagen a. a. O. 226. Iiuniohr I. 299. Aginc. t. 49. ff. besonders 
t. 58. Die allzuvortheilhafte XVürdigung, welche Platner a. a. 0. II. 2. 
S. 353 den Miniaturen des Vaiicans aus dem I2. Jahn-h. giebt, scheint. 
denn doch neben den Durchzeichnungcn bei Agincourt, derPn Rich- 
tigkeit er nicht bezweifelt, ilicht bestehen zu kiinnexi.
        

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