Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900814
zunehmendes 
Erstarren. 
Dritte 
Epoche. 
der byzantinischen Kunst. 
Verfall 
Bei der abendländischen Kunst, die uns später zu 
betrachten bleibt, werden wir das elfte Jahrhundert als 
eine Gränze erkennen, von welcher ein Aufsteigen, ein 
allmäliges zwar, aber entschiedenes beginnt. Auch in 
der byzantinischen Geschichte bildet es einen, wenn- 
gleich Weniger plötzlichen Wendepunkt, nur in umgekehr- 
ter Richtung, während dort der Weg sich aufwärts wen-- 
det, zieht er sich hier nach unten. Eine äusscre Begeben- 
heit, welche diesen zunehmenden Verfall herbeifiihrte, ist 
nicht vorhanden; neue Bilderstürme, verheerende Durch- 
züge barbarischer Feinde durch die innern Provinzen 
traten nicht ein. Zwar zeigt die Geschichte der ersten 
Hälfte dieses Jahrhunderts Empörungen, unglückliche oder 
doch unehrenvolle Kriege, einen raschen Wechsel schwa- 
cher Regenten, aber solche Erscheinungen waren dem 
Reiche nicht neu. Die Hauptstadt selbst erhielt sich noch 
immer in altem Glanze, durch Handel und Gewerbe, durch 
die Benutzung hergebraehter Kenntnisse und ererbter 
Schätze reich und blühend. Bald nach der Mitte des 
Jahrhunderts (10.57) kam sogar das neue und kräftigere 
Geschlecht der Komnenen auf den Thron, welches we- 
sentlich zur länger-n Erhaltung des Reiches beitrug. Als 
am Ende desselben die Kreuzfahrer das byzantinische 
Reich durchziehen, erregt zwar die 'l'reulosigkeit und Hin- 
terlist seiner Bewohner und Beamten ihren Zorn, aber 
sie betrachten doch die geregelten Institutionen mit V er- 
wunderung; und beugen sich vor der Macht des Autokra- 
tors. Dass die Zeichen des Verfalls grade jetzt sichtbarer 
eintraten, war nur die Wirkung längst vorhandener Ur-
        

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