Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900766
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Zweite 
Periode 
der 
Plastik u. "Malerei. 
byz. 
Dies ist um so auffallender, als sich um diese Zeit, 
nach der Beendigung des Bilderstreites und in Folge des- 
selben, der Kreis der dargestellten Gegenstände in der 
byzantinischen Kunst sehr bedeutend erweiterte. XVir 
sahen, wie anfangs die christliche Kunst eine bestimmte 
symbolische Richtung festhielt, wie sie dann zu der per- 
sönlichen Darstellung Christi und der Heiligen überging, 
aber in der Weise, dass sie immer nur die Erscheinung 
 der Gestalten in möglichst grossartiger Haltung, gleich- 
sam in der Glorie der Verklärung gab. Das eigentlich 
Historische der heiligen Geschichte, namentlich der Ge- 
schichte des Heilandes, und vor Allem das Leiden des 
Herrn, blieb unberührt. Nach dem Bilderstreite finden 
wir diese Gegenstände häufig dargestellt. Wann und in 
welcher Art eine solche Darstellung zuerst hervorgetre- 
ten, ob unmittelbar nach der Beendigung jenes Streites 
oder etwas später, können wir zwar nicht genau bestim- 
men. Doch blieb es nicht lange aus; in einem Codex 
aus der Zeit des Kaisers Basilius Macedo (8675886) 
findet sich, soviel wir wissen, die Kreuzigung Christi 
zum ersten Male auf byzantinischem Boden vor, und von 
nun an werden alle Momente der biblischen Geschichte, 
ohne Unterschied, häufig gebildet. Bestimmte Aeusserun- 
gen oder Andeutungen über die Ursache dieser Verän- 
derung iinden wir nicht, es scheint, dass sie sich ganz 
von selbst und unbemerkt einstellte. Auch bedarf sie 
kaum einer Erklärung, da es so natürlich ist, dass man 
alle Momente, deren möglichst genaue Vorstellung dem 
10. ein Psalterilnn mit sehr ausgezeichneten, antik gedachten Bildern, 
beide in Paris (Waagen 202111); aus diesem oder dem 11-. Jahrll. das 
Menologiuln des Vaticans (Aginc. t. 31-33. Platlner a. a.  wel- 
ches 430 auf Goldgrunsl gemalte, prachtvolle Dliniaulrexl enthält.
        

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