Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900756
Miniaturen 
der 
Mauuscripte. 
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ist. Der Ausdruck istnocli ein verständlicher, bei den 
heiligen Gestalten würdig, bei gesteigerter Empfindung 
ziemlich lebendig. Die Compositionen sind geschickt ge- 
ordnet, der Wurf der Gewänder meistens noch in antiker 
Weise behandelt, die grössern Flächen licht heraushebend. 
Es fehlt noch nicht an freien und edeln Motiven; man 
kann noch die einzelnen Maler nicht bloss in technischer 
Beziehung, sondern auch nach ihrer Individualität unter- 
scheiden 21). Nur bei Porträtfiguren , wo schon das bar- 
barisehe, steife und überladene Costüm, und gewiss auch 
die für anständig gehaltene steife Stellung hinderlich War, 
oder auch bei neuern, byzantinischen Heiligen, linden sich 
mehr magere Formen , langgezogene Körper und bald 
auch leblosere Farben. Einige Male sind die Composi- 
tionen (namentlich in dem Menologium der vaticanischen 
Bibliothek) eigene nicht unglückliche Erfindungen; meistens 
zeigt sich aber selbst bei den besser ausgeführten Bildern 
ein Mangel an Phantasie und Beweglichkeit der Empfin- 
dung, eine Armuth der Gedanken, welche immer in Wie- 
derholungen verfällt w). 
 S0 in dem Menologium im Vatican aus dem 10. oder ll. 
Jahrln, Aginc. (ab. 32, 33, wo acht verschiedene Maler ihre Namen 
beigeschriebenx haben, und einzelne von ihnen sich auch wirklich vor 
den andern auszeichnen. Verschiedene Hände lassen sich in vielen 
Manuseripten unterscheiden. 
w) Aus dem 6. Jahrh. haben wir wenig aufzuweisen. Bei Aginc. 
a. a. O. ein griechisches MS. des Dioscorides über Botanik, so wie 
das syrische, welches nach Assemanni inschriftlich aus dem J. 586 
sein soll, obgleich die Zeichnungen jünger zu sein scheinen. In der 
langen Perganlelmtrolle mit Bildern aus der Geschichte des __Josua, 
Welche zufolge der griech. Beischriften aus dem 7. oder S. Jahrh.ist, 
kommt die Ausführung der sehr belebten Erfindung nicht gleich, und 
sie mag daher Copic sein (Aginc. t. 28. 29. Rulnohr. It. Forsch. I. 166. 
Plainer Beschr. Ruins II. 350.) Aus dem 9. Jahrh. (1367-4886) ist der 
561151"; Codex der Predigten des Gregors von Nazianz und aus dem
        

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