Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900745
2141- 
Zweite 
Periode 
der byz. Plastik 
Malerei. 
gross, weil ihre Entstehungszeit durch den Inhalt oder 
die Züge der Schrift meistens ziemlich genau festgestellt 
werden kann und sie daher über Styl, Auffassung und 
malerische Technik dieser Zeit zuverlässige Auskunft 
gebeni"). 
Aus solchen Manuscripten ersehen wir, dass die 
'l'echnik und Ansehauungsiveise auch nach der Zeit der 
Bilderstreitigkeiten zunächst noch fast dieselbe blieb. Die 
zum Theil höchst kunstreichen Miniaturen, Welche beson- 
ders die vaticaiaische und die Pariser Bibliothek bewahren, 
sind in Beziehung auf Feinheit und technische Geschick- 
lichkeit der Ausführung ausgezeichnet; die Zeichnung ist 
mit dem Pinsel und mit fester Hand angelegt, das Coloril; 
oft von grosser Kraft und Schönheit, meistens natürlich 
undnicht unharmonisch. Die Farben sind noch nach an- 
tiker Weise hell und sehr gebrochen; die Proportionen 
meist gut, die nackten Theile richtig und nicht ohne Fülle, 
die Hände nicht selten gut gezeichnet und geschickt be- 
wegt, die Gesichter wohlgebildet mit graden und , nach 
antiker Weise, breitrückigen Nasen. Noch immer finden 
wir ein Verständniss der Formen, welches zwar nicht 
aus der Natur, sondern durch Kunsttradition erworben, 
aber doch noch mit der Wirklichkeit in Einklang gehalten 
i") Das kostbare Werk des Grafen Bastard, in welchem er 
lllininlurerl aus der (laran so reichhaltigen Pariser Bibl. in den sorg- 
fältigsten Nachbildungen herausgiebt, wird dem Studium dieses Theils 
der Kunstgeschichte sehr förderlich werden. Leider wird man es 
wegen seines immensen Preises in Deutschland selten oder nie voll- 
ständig vorfinden. Die Grundzüge einer Geschichte der Miniatur- 
malerei findet man bei Waagen, Kunshverke und Künstler in England 
und Paris 111.198 ff. und diirfen wir auf ein erschöpfendes WVerk 
über diesen Gegenstand von der Hand dieses ausgezeichneten Kühlers 
hoffen. Agine. Peint. tabfll). ff. giebl. eine Uebersicht des Entwicke- 
lungsganges mit zum Theil durchgezeichneten Nachbildungen.
        

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