Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900734
lüliniaturcn 
d er 
Blanuscripte. 
213 
eher Ausstattungen schlicsscn; nur bei mathematischen 
oder ähnlichen wissenschaftlichen Schriften wird nlan wohl 
frühe anspruchslose Zeichnungen zur Erklärung hinzuge- 
fügt haben. In der letzten Zeit des Kaiserthums Wurden 
solche Illustrationen mehr beliebt. In der 'l'l1at waren 
schon jetzt die alten Schriftsteller schwer verständlich; 
'l'racht, Sitten, Religion hatten sich verändert, und man- 
ches, das sich früher aus dem Leben leicht erklärte, be- 
durfte des Connnentars. Daher beginnt denn auch die 
chronologische Reihe unserer Miniaturen mit einem I-Iomer 
und einem Virgil, beide im vierten oder fünften Jahrhun- 
dert und vielleicht nach ältern Vorbildern gearbeitet i). 
Auch bei den heiligen Schriften der Christen kam es 
darauf an, sich eine Vergangenheit, und zwar eine hoch- 
wichtige, oder auch schwer verständliche Vorstellungen, 
wie die der Apokalypse, zugänglich zu machen. Es fand 
daher hier dasselbe Bedürfuiss statt. Auch besitzen wir 
wirklich ein, den obengcnannten Abschriften der berühnr 
ten heidnischen Dichter etwa gleichzeitiges griechisches 
Mannscrilat der Genesis mit Miniaturen  und von da 
an läuft die Reihe solcher christlichen Arbeiten ununter- 
brochen fort. Der Kunstwerth dieser Malereien ist natür- 
lich, bei ihrer leichtem Ausfiihrbarkeit und der grössern 
NVillkür, welcher man sich dabei überlassen konnte, sehr 
verschieden; ihre historische Wichtigkeit aber beson- 
ders für die Jahrhunderte, aus welchen beglaubigte Bei 
spiele andrer Kunstübung fehlen oder selten sind, sehr 
i) Iliadis fragmenta anliquissima cum pictnris ed. Angele Mai, 
nach dem ßriginale in der ambrosianischen Bibliothek zu Mailänd- 
Der Virgil belindet sich in der Vaticana, Abbildungen bei Agincourt, 
Pcint. tab. 20-25. 
w) In der kaiserl. Bibl. zu Wien, eine Abbildung bei Aginr. 
a. a. 0.  I9. Besser bei Dibilin, Bibl. tollr. lll. p. 457.
        

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