Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900723
212 
Zweite 
Periode 
der 
byz. Plastik 
u. Malerei: 
auch auf die Malerei vom nachtheiligsten Einflusse sein. 
Diese zartere Kunst bedarf in gewissem Grade ihrer 
kräftigem Schwester, um sich den Sinn für die volle Form 
zu erhalten; von ihr getrennt musste sie immer mehr in 
das Flache und 'l'roekene versinken. Indessen trat dieser 
Verfall noch nicht sogleich ein, die Erinnerung an die 
antike Kunst erhielt auch die byzantinische noch aufrecht, 
im Laufe dieser Epoche finden wir sie noch verhältniss- 
mässig blühend. 
Leider können wir uns hierüber aus grössern Mo- 
numenten nicht belehren, da wir die YVerke der nächsten 
Jahrhunderte, die in Italien gefunden werden, bei der 
völligen Trennung beider Länder und Kirchen nicht mehr 
hierher ziehen dürfen, und die ziemlich zahlreichen wirk- 
lich byzantinischen 'l'afelbilder, welche wir besitzen, keine 
chronologische Beglaubigung haben und mehr der spätem 
Zeit anzugehören scheinen. 
Die einzige aber auch sehr lehrreiche Quelle für diese 
Periode der byzantinischen Kunst findet sich in den 
Miniaturen der Manuscripte. Da wir hier zum ersten 
Male dieser Kunstwerke gedenken, welche uns fortan in 
der Geschichte des Mittelalters vielfach beschäftigen wer- 
den, so sind einige Bemerkungen über die Entstehung die- 
ser Gattung hier an ihrer Stelle. Der Gebrauch, die 
Abschriften der Bücher mit Malereien zu verzieren, war 
in der bessern Zeit der griechischen und römischen Kunst 
gewiss noch nicht herrschend. Die Art wie Plinius über 
die Bildnisse spricht, welche Varro einem biographischen 
Werke beigegeben hatte  lässt auf die Seltenheit sol- 
sein Geschichtschreiber (Theophan.eoni.lil1.6. c.  bemerkt aber 
dabei, dass er sie aus verschiedenen 011ml lmrbL-ihÜn-n licss, 
f) Bekanntlich hat man aus der Fassung dieser Stelle (gewiss 
mit Unrecht) sullliessen wollen, dass schon so frühe eine dem Kupfer- 
slit-he ähnliche Siervielfältigulng von Zeichnungen versucht werden: sei.
        

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