Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-900710
Abneigung 
gegen 
die 
Plastik. 
nikg). Das Concil vom Jahre 754 während der Bilder- 
streitigkeiten verdammt auch beide, Malerei und Bildhaue- 
rei, als heidnische Künste; allein zur Ausführung dieses 
Verbots befiehlt der Kaiser die Kirchen zu überkalken, 
und es scheinen daher nur Malereien im Gebrauch ge- 
wesen zu sein. Das Concil vom Jahre 787 endlich, wel- 
ches der Bilderverehrung günstig ist, gestattet ausdrück- 
lich nur Gemälde und erhabene Arbeit, und der gleich- 
zeitige Patriarch Germanus verwahrt sich bei der Ver- 
theidigung der Bilder ausdrücklich dagegen, dass er keine 
Statuen meine, weil diese nur bei den Heiden im Gebrauche 
seien im). Seitdem hat die griechische Kirche es als einen 
festen Gebrauch angesehen, dass Statuen nicht zuzulas- 
sen; es war gewissermassen ein Vergleich der Parteien 
des Bilderstreites, dass die eine Kunst anerkannt, die 
andere aufgegeben wurde. Auf weltliche Darstellungen 
fand dies Verbot zwar keine Anwendung, allein es ist 
begreiflich, dass die Plastik durch diese Ausschliessung 
von den höchsten Aufgaben entmuthigt wurde, immermehr 
verfiel und allmälig ausser Uebung kam wir). Dies musste 
i) Vielleicht liegt dies nur in, der Bedaction, während man 
hauptsächlich an Bilder dachte. Conc. quinisextum can. 82: ut ergo 
quod perfectum est vel colorum expressionibus omnium oculis sub- 
jiciatur," Christi Dei nostri humana forma characterem etiam imagi- 
nibus deinceps pro veteri agno erigi ac depingi jubeamus. Basnage 
hist. de Pegl. tom. II. p. 1178. ff. Die Kaiser lllichael und Theophilus 
in ihren Sendschreiben an Ludwig den Blinfältigen sprechen zwar 
davon, dass es bei den Griechen Leute gäbe, welche die Eucharistie 
in die Hände der Bilder legten und sie von da. nähmen. Indessen 
darf man dies wohl nicht nothwendig (mit Basuage) auf Statuen 
beziehen, da dem Aberglauben auch ein blosses Berühren des Ge- 
mäldes genügte. 
w) Basnage a. a. O. p. 1364, 
H4) Wenigstens linde ich keine Statuen mehr erwähnt. 
n Pnrphyrogennetos schmückte den Palast Bukoleon mit 
l4"' 
Constaxl- 
Statuen ,
        

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